Kompetenzorientierung

 

Kompetenzorientierung kurz erklärt

Die Kompetenzorientierung ist eine für den deutschen Sprachraum erweiterte Methodik, die ursprünglich in den Niederlanden entwickelt wurde. Eine Methodik ist ein theoretisch fundiertes Ordnungs- und Handlungsmodell, das als Standard bei mehreren Leistungserbringern für eine vergleichbare Leistung genutzt werden kann.

Methodiken stellen eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung, die den Anspruch nach methodischem Handeln wirksam einlösbar machen: die Arbeitsvollzüge werden mit Hilfe von Instrumenten in Phasen und Schritten strukturiert und in einem Manual beschrieben, das Handeln wird systematisch und vergleichbar dokumentiert und regelmäßig evaluiert (intern und extern). Dass Methodiken zudem der Legitimation gegen außen dienen und Weiterentwicklung auf der Basis austauschbarer Erfahrungen systematisch möglich macht, ist eine weitere Stärke.

Das Modell ermöglicht die Verknüpfung und Integration verschiedener theoretischer Ansätze und bleibt offen für Ergänzungen und Erweiterungen.


Die Kompetenzorientierung füllt eine Lücke in der professionellen Prozessgestaltung. Einige Stärken dieser Methodik sind insbesondere:

  • Die Kompetenzorientierung erlaubt eine präzise handlungsorientierte Diagnosestellung/Erfassung des Hilfebedarfs beim Klienten-Intake (Erfassung von Kompetenzen und Lebensbedingungen). Problemlagen, um die es in der Kinder- und Jugendhilfe geht, lassen sich zwar prototypisch kategorisieren (z.B. als Gewalt, Schulschwierigkeiten, Vernachlässigung, mangelnde Integration), trotzdem muss jeder einzelne Fall (respektive das jeweils involvierte Klientsystem) in seiner Einmaligkeit und Kontextualität analysiert werden. Die Kompetenzorientierung stellt dafür geeignete Instrumente bereit.
  • Die Kompetenzorientierung erlaubt es, den Hilfebedarf in ganz konkrete Interventionsstrategien, Settings und Lernmodule zur Erweiterung der Kompetenzen umzusetzen (Planung/Gestaltung von Interventionen bei Einzelnen, Gruppen und Familien). Die Informationssammlung ist als interventionsorientierte Diagnostik angelegt, die eine Überführung in konkrete Ziele und Arbeitsschritte beinhaltet.
  • Die Kompetenzorientierung erlaubt es, die Veränderungen auf Klientenebene zu benennen und Modifikationen an Interventionen und Settings gezielt vorzunehmen (Evaluation und Rückkoppelung zur besseren Erfassung und allfälliger Modifikation der Interventionen). Eine strukturierte fallbezogene Dokumentation und die wirkungsbezogene Evaluation sind integrierende Bestandteile der Methodik.
  • Die Kompetenzorientierung erleichtert die Kooperation im Helfersystem und ermöglicht vergleichende Evaluationen von KlientInnen mit ähnlicher Problemlage in unterschiedlichen Interventionssettings.
  • Die Kompetenzorientierung kann für verschiedene Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit konkretisiert werden: für das Case Management (Situationsanalyse/Triage), für die aufsuchende Arbeit mit Familien, für stationäre Settings, für die Schulsozialarbeit, für die Beratung/Unterstützung von Jugendlichen, für die Arbeit in Horten und Krippen etc.


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Wer sind wir?

 

 

Kitty Cassée

Prof. Dr. phil., in Holland geboren, studierte in Holland und in der Schweiz (Medizin, Soziologie, Sozialpsychologie und Sozialpädagogik). Sie lehrte und forschte an der Universität Zürich und leitete verschiedene Forschungsprojekte im Bereich der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Seit 1981 arbeitet sie als Dozentin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Soziale Arbeit, mit folgenden Schwerpunkten: Kinder- und Jugendhilfe, Sozialisationstheorie, Theorien sozialer Probleme, Professionalisierung, Handeln in sozialen Organisationen, Konzeptentwicklung und Methoden, Sozialarbeitsforschung. Sie leitet den Masterstudiengang Kinder- und Jugendhilfe und ist aktuell engagiert in zwei Forschungsprojekten (Evaluation von Familieninterventionen, Kinder psychisch kranker Eltern).


Barbara Los-Schneider

Lic. phil., in Bern geboren, studierte Heilpädagogik und klinische Psychologie und absolvierte eine psychotherapeutische Ausbildung in integrativer Therapie. Seit 1996 arbeitet sie als Dozentin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Soziale Arbeit, und vermittelt in der Lehre in erster Linie psychologische Themen (Entwicklungspsychologie, belastete Entwicklungsverläufe) sowie integrative Handlungsmodelle. Sie ist Mitarbeiterin in zwei Forschungsprojekten (Evaluationsstudie von Familieninterventionen, Kinder psychisch kranker Eltern).



Rückblick Tagung «KOFA wirkt weiter»

Am 30. November 2010 wurde anlässlich der Tagung «KOFA wirkt weiter!» am Departement Soziale Arbeit der ZHAW der Schlussbericht des Projekts Kompetenzorientierte Familienarbeit KOFA präsentiert... weiter


KOFA: Referat und Podiumsdiskussion

Anlässlich des 7. Ehemaligenforums des Departements Soziale Arbeit der ZHAW vom 13. Mai 2009 stellten Kitty Cassée und Barbara Los-Schneider die Methodik und Evaluationsergebnisse zur Kompetenzorientierten Familienarbeit KOFA vor und Fachleute berichteten in einem Podium von ihren Erfahrungen.


Das Referat und das Podium können als audio-Datei heruntergeladen werden.


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