Glossar

 

Adoption
Vollumfängliche Übernahme elterlicher Rechte und Pflichten gegenüber einem Kind.
 
Aerztliche Leistungen
Gemäss KUVG/Tarmed.
 
Affektive Störungen
z.B. manische und depressive Störungen.
 
Alimente
Vertraglich festgelegte Unterhaltsbeiträge für Kinder und ehemalige Ehepartnerinnen oder Ehepartner (Ehegattenalimente).
Nicht oder nicht rechtzeitig bezahlte Unterhaltsbeiträge für Kinder werden von den Gemeinden bevorschusst (Alimentenbevorschussung). Der Anspruch wird in einem Gerichtsentscheid oder in einer behördlich genehmigten Vereinbarung festgelegt. Die Leistungen werden gekürzt oder entfallen, wenn gewisse Einkommens- und/oder Vermögensgrenzen überschritten werden. Überbrückungshilfen während der Dauer der Vaterschafts- und Unterhaltsregelung werden ebenfalls zur Alimentenbevorschussung gerechnet.
Der Staat übernimmt das Inkasso von bevorschussten Unterhaltsbeiträgen für Kinder und unter bestimmten Voraussetzungen auch von nicht bevorschussten Unterhaltsbeiträgen für Kinder und Erwachsene (Alimenteninkasso). Der Begriff Alimentenhilfe umfasst alle Arten sttaatlicher Hilfe zur Sicherstellung von Unterhaltsbeiträgen, also sowohl Alimenteninkasso als auch Alimentenbevorschussung.
 
Alkohol
Alkohole sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, bestehend aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff. Umgangssprachlich wird unter Alkohol speziell der vom Ethan abgeleitete Alkohol mit der chemischen Bezeichnung Ethanol (früher Äthanol) oder Ethylalkohol verstanden. Generell werden in der Chemie alle organischen Verbindungen als Alkohole bezeichnet, deren charakteristische funktionelle Gruppe die Hydroxyl-Gruppe (-OH) ist. Viele dieser Alkohole sind giftig. Daneben gibt es auch ungiftige wie das Glycerin oder die Zuckeralkohole. Ethanol ist der Hauptwirkstoff alkoholischer Getränke, die in unserer Kultur verbreitet konsumiert werden, zu den Rauschmitteln zählen und gesundheitlich nicht unbedenklich sind und daher umstritten sind.
 
Alleinerziehende
Alleinerziehende sind Mütter oder Väter, die die tägliche Verantwortung für die Erziehung ihres Kindes oder ihrer Kinder sowie für den Lebensunterhalt alleine, das heisst ohne Lebenspartner/in übernehmen.

Synonyme: Alleineltern, Alleinerziehende und ihre Kinder werden auch als Einelternfamilien bezeichnet.
 
Alleinstehende (Singles)
In einem Einpersonenhaushalt lebende Person, die keine weiteren Wohnpartner/innen hat.
 
Alltagskompetenzen
Wissen und Können zur Alltagsbewältigung, z.B. Rechtsfragen, Erziehungsfragen, Konsum- und Konsumentenfragen, Bürgerrechte und pflichten, Analphabetismus.
 
Alters- und Pflegeheim für Menschen mit Demenz
Unter diesem Stichwort finden Sie Alters- und Pflegeheime, die Menschen mit Demenz aufnehmen und eine entsprechende Infrastruktur bieten können.
 
Altersbezug
Charaktersierung der Altersgruppe der Adressaten eines zu beschreibenden Leistungserbringers.
 
Angststörungen
Eine generalisierte Angststörung zeichnet sich durch eine diffuse Angst mit Anspannung, Besorgnis und Befürchtungen über alltägliche Ereignisse und Probleme über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten aus, begleitet von vielen weiteren psychischen und körperlichen Symptomen. Als Panikattacke wird das plötzlich und in der Regel nur wenige Minuten anhaltende Auftreten einer körperlichen und psychischen Alarmreaktion unklarer Ursache ohne angemessenen äusseren Anlass bezeichnet. Eine soziale Phobie ist die dauerhafte Angst vor der Begegnung und Auseinandersetzung mit anderen Menschen und vor allem die Angst vor negativer Bewertung durch andere. Bei der sozialen Phobie fühlen die Erkrankten, wie bei jeder anderen Phobie auch, eine logisch nicht nachvollziehbare (irrationale) Angst. Diese Angst ist bei der sozialen Phobie, wie der Name schon sagt, auf soziale Situationen bezogen.
 
Anlaufstellen
Niederschwellige Dienstleistungssysteme, die fokussiert auf bestimmte Problemstellungen unterschiedliche medizinisch-therapeutische, pflegerische, psychotherapeutische und sozialarbeiterische Dienstleistungen vor Ort in institutionellem Rahmen zur Verfügung stellen. Sie sind oftmals die ersten Hilfsangebote, die Betroffene in Anspruch nehmen («First Contact»).

Beispiele: Kontakt- und Anlaufstellen für Drogenabhängige, Beratungsstellen im Gesundheitsbereich (z.B. HIV/Aids), Beratungsstellen für Arbeitslose

Einige Anlaufstellen sind gleichzeitig auch Treffpunkte.
 
Anlehre gemäss IVG oder BBG
Ein- bis zweijährige Anlehre in einer öffentlichen Einrichtung, die auf die Bedürfnisse und Ressourcen von Lehrlingen mit spezifischen Sozialisations- und Qualifikationsbedarf abgestimmt ist.
 
Arbeit
vgl. Beruf
 
Arbeit
vgl. Beruf
 
Arbeit
vgl. Beruf
 
Arbeitsintegration
Arbeitsangebot mit agogischer Begleitung (Tagesstruktur) zur Förderung sozialer Kompetenzen. Förderung der fachlich/beruflichen Qualifikationen, (Wieder-)Herstellung der Beschäftigungsfähigkeit.
 
Arbeitssucht
Unter Arbeitssucht (Workaholism) leiden Menschen, deren überdurchschnittlicher Arbeitseinsatz mehr und mehr zu einem krankhaften Suchtverhalten wird. (Keyword)
 
Asyl
Probleme von und mit Menschen, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind und mit unterschiedlichem, mehr oder weniger prekärem rechtlichem Status (z.B. Asylbewerber/in, abgewiesene/r Asylbewerber/in, Sans-Papiers) in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen in fremden Staaten leben.
 
Aufgabenhilfe, Einzel- und Nachhilfeunterricht
Aufgabenhilfe: Hilfe durch pädagogisch geschultes Personal zur zeitlichen und inhaltlichen Bewältigung der Schulaufga-ben und zur Erziehung zur selbständigen Lösung von Aufgaben.
Einzelunterricht: Angebot für Schüler/innen, die weder Normal- noch Sonderklassen noch Sonderschulen besuchen kön-nen.
Nachhilfeunterricht: Ausserschulische Unterstützung (einzeln oder in Kleingruppen) zur zeitlichen und inhaltlichen Bewälti-gung des Schulstoffes. Neuerarbeitung, Verarbeitung, Nachbereitung schulischer Inhalte, Vorbereitung auf Prüfungen etc., Anleitung zur besseren Arbeitsorganisation.
 
Aufsicht
Verschiedene Formen der gesetzlich geregelten Aufsicht gemäss ZGB, StGB, z.B. Pflegkinderaufsicht, Schutzaufsicht.
 
Begleitetes Wohnen/Betreutes Wohnen
Begleitetes Wohnen: Ein bis drei Menschen, mit mehr oder weniger hinreichenden Kompetenzen im Bereich der Alltagsbewältigung, bewohnen eine Wohnung oder ein Zimmer, die oder das ihnen der Leistungserbringer vermittelt hat. Die professionelle Begleitung ist beschränkt und wird auf den Bedarf der Bewohner/innen abgestimmt.

Betreutes Wohnen: Mehrere Menschen mit beschränkten Kompetenzen im Bereich der Alltagsbewältigung bewohnen eine Wohnung oder ein Zimmer, die oder das ihm der Leistungserbringer vermittelt hat. Die Alltagsaufgaben werden mit professioneller Unterstützung durch die Bewohner/innen selbst organisiert, finanziert und realisiert. Die z.T. problematischen Lebensbewältigungsstrategien der Bewohner/innen erfordern eine regelmässige professionelle Betreuung.
 
Behinderung
Eine Behinderung ist eine individuellen Beeinträchtigungen eines Menschen, die umfänglich, vergleichsweise schwer und langfristig ist. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich das Verständnis des Begriffs verändert: Behinderung wird vermehrt als Phänomen («Jemand wird behindert») und nicht mehr als Status («Jemand ist behindert») aufgefasst (vgl. aktuelle Klassifikation ICIDH-2 der WHO).
 
Behinderung
Eine Behinderung ist eine individuellen Beeinträchtigung, die umfänglich, vergleichsweise schwer und langfristig ist. Behinderung wird heute zunehmend als ein Phänomen betrachtet («jemand wird behindert») und nicht mehr als Status («jemand ist behindert»). In der Definition der WHO (ICIDH-2) sind nicht die Defizite einer Person maßgeblich, sondern die für die betreffende Person relevanten Fähigkeiten und die soziale Teilhabe.
 
Beistandschaft
Die Beistandschaft ist eine auf eigenes Begehren beantragte oder von Amtes wegen verordnete Massnahme zur vorläufigen Unterstützung einer Person in genau definierten persönlichen oder rechtlichen Belangen.
 
Beratung
Unterstützende, entwickelnde, helfende Interaktionsbeziehung zwischen Adressat/in/Adressatsystem und Berater/in. Ziel ist es, die Adressaten/Adressatsysteme zu befähigen, die problematisierten Konstellationen zu verändern und die Ressourcen und Strategien zur autonomen Alltagsbewältigung zu verbessern.
 
Beruf/Arbeit
Arbeit ist zielgerichtete, planmäßige und bewusste menschliche Tätigkeit, die unter Einsatz physischer, psychischer und mentaler (geistiger) Fähigkeiten und Fertigkeiten erfolgt. Unter Beruf versteht man eine institutionalisierte Tätigkeit, die ein Mensch für finanzielle oder herkömmliche Gegenleistungen oder im Dienste Dritter regelmäßig erbringt, bzw. für die er ausgebildet, erzogen oder berufen ist. Arbeit organisiert Alltag und Lebenslauf der Menschen. Sie ist eine grundlegende Vergesellschaftungskategorie und hat eine Ordnungs- und Disziplinierungsfunktion.
 
Berufliche Sozialisation
Berufswahl, Integration ins Berufsbildungssystem, Lernen in Betrieb und Berufsfachschule, soziale Integration im schulischen Kontext, Laufbahn-, berufliche Weiterbildung.
 
Berufliche Umschulung
Vorbereitung auf die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit in der regulären Arbeitswelt oder an einem geschützten Arbeitsplatz im Sinne einer Umschulung gemäss IVG.
 
Berufs- und Laufbahnberatung
Beratungen individuell oder in Gruppen in den Bereichen Erstausbildung, Schul-, Studien- und Berufswahl, vor Laufbahnentscheiden, bei persönlichen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Ausbildung, bei Arbeitslosigkeit: Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen, Problemlösungen bzw. Lösungswegen, Vermittlung und Bewertung von Informationen, Klärung der aktuellen Situation sowie der Ausbildungs- und Berufsperspektiven, Realisierungsunterstützung (Stipendienberatung, Lehrstellenvermittlung, SOS-Massnahmen).
 
Berufsbildungssystem
Soziale Systeme mit schulischem und/oder berufspraktischem Ausbildungsauftrag im Rahmen der Berufsbildung.
 
Berufsinformationsvermittlung: Selbstinformation
Angebot umfassender, aktueller Information in «Berufsinformationszentren»; Präsentation der Informationen zu Berufs- und Studienwahl-Fragen in einer für die Zielgruppen geeigneten Form; Ausleihe, Abgabe, Verkauf der wichtigsten Informationsmittel; Auskunftserteilung über interne und externe Angebote der Berufs- und Laufbahnberatung.
 
Berufsschulen
Die Berufsschule ist eine Schulform im Bereich der berufsbildenden Schulen. Die Berufsschule vermittelt den Auszubildenden während ihrer Berufsausbildung die durch den Rahmenlehrplan bzw. den Lehrplan des jeweiligen Kantons bestimmten Inhalte. Sie ist eine der beiden Säulen der dualen Ausbildung. Die Berufsschule ist eine Teilzeitschule mit wöchentlich 8 bis 12 Unterrichtsstunden, abhängig vom Beruf und dem Ausbildungsjahr (nicht zuletzt auch von der Lehrerversorgung). Die Unterrichtszeit kann auch zu mehrwöchigen Unterrichtsblöcken zusammengefasst werden. Diese Form wird insbesondere bei Ausbildungsberufen mit einer geringen Zahl von Auszubildenden (so genannten Splitterberufen) gewählt. Die restliche, also überwiegende Zeit dient, so ist es zumindest vorgesehen, der Vermittlung der nach dem Ausbildungsrahmenplan vorgeschriebenen Inhalte in dem Betrieb, mit dem der Ausbildungsvertrag abgeschlossen wurde.
 
Berufswahlinformationsveranstaltungen
Orientierung über die verschiedenen Aspekte der Berufs- und Studienwahl. Veranstaltungen mit Schulklassen, Eltern, Lehrpersonen und anderen Zielgruppen. Einführung in das BIZ und in die Angebote der Berufs- und Studienberatung (Durchführung periodisch oder auf Anfrage). Themenzentrierte Kurse und Veranstaltungen mit verschiedenen Zielgruppen (mehrtägig, ganz-, halbtags oder stundenweise).
 
Beschützende Arbeitsplätze
Unbefristeter Arbeitsplatz in Organisationen der Arbeitswelt, der sozialarbeiterisch begleitet wird.
 
Betreutes Wohnen
vgl. Begleitetes Wohnen/betreutes Wohnen
 
Bildung
Bildung ist eine zentrale sozialphilosophische Kategorie der Neuzeit. Was unter ihr verstanden wird, variiert historisch und milieuspezifisch erheblich. Den verschiedenen Bildungsvorstellungen gemeinsam ist die Idee einer organisierten Übernahme von Deutungsmustern aus der sozialen Umwelt. Dabei wird jedoch meist übergangen, dass jeder Erwerb von Wissen vorgängige Aneignungen voraussetzt. Ebenso wird unterstellt, dass der/die Einzelne durch pädagogisches Einwirken eine individuelle und unabhängige Entwicklung erfahren kann, die seine/ihre menschliche Existenz verbessert. Im deutschsprachigen Raum wird der Bildungsbegriff charakteristisch mit Schule und Unterricht assoziiert, umfasst neben der beruflichen Ausbildung aber auch die so genannte Allgemeinbildung.
 
Borderline
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) wird auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt. Zum Erscheinungsbild gehören sehr wechselhafte Stimmungen und Affekte, ein zerrüttetes Selbstbild, sehr unterschiedlich ausgeprägte Arten von traumabedingten Dissoziationen und damit verbundene Autoaggression sowie extreme zwischenmenschliche Sensibilität und extremes Emotionsgedächtnis. Vor allem die letzten beiden Symptome sind häufig Ursache für soziale Konflikte. Grundsätzlich können die Symptome bei den Betroffenen sehr unterschiedlich sein; viele davon gibt es sogar gegenteilig. Die Stärke der Störung ist von Person zu Person individuell, ebenso das damit verbundene Leiden und die individuellen Belastungserscheinungen. Es ist jedoch immer eine seeli-sche Dauerbelastung gegeben, die das Leben Betroffener nachhaltig beeinträchtigt.
 
Cannabis
Cannabis ist der lateinische wissenschaftliche Name der Hanfpflanze und wird im Volksmund auch als Sammelbegriff für die aus Hanf hergestellten Rauschmittel, insbesondere Marihuana und Haschisch, verwendet. Der Wortstamm Canna kommt aus dem Indischen und bedeutet Hanf.
 
Case Management
Fallmanagement (oder auch Case Management) bezeichnet ein Ablaufschema organisierter bedarfs-gerechter Hilfeleistung, in dem der Versorgungsbedarf eines Klienten sowohl über einen definierten Zeitraum als auch quer zu bestehenden Grenzen von Einrichtungen, Dienstleistungen, Ämtern und Zuständigkeiten geplant, implementiert, koordiniert, überwacht und evaluiert wird. Die der Sozialarbeit entlehnte Methode wurde zunächst als Erweiterung der Einzelfallhilfe (Case Work) in den USA entwickelt und fand in Europa in den letzten Jahren zunehmend Eingang in die Interventionsstrategien der Sozialen Arbeit und im Gesundheitswesen. Die Arbeit als Fallmanager kann als Klinische Sozialarbeit bezeichnet werden. Diese Fachsozialarbeit ist spezialisiert auf - direkte Arbeit mit Klientinnen und Klienten, - schwierige soziale und psycho-soziale Störungen, soziale Probleme und psychische, somatische und chronische Erkrankungen mit bedeutsamen sozialen Implikationen und - Gesundheitsarbeit mit intensiver Einbeziehung des sozialen Kontextes.
 
Chancengleichheit
Fragen und Probleme im Zusammenhang mit ungleicher Integration von Menschen in soziale Systeme und ungleicher Teilhabe an gesellschaftlichen Gütern wie Einkommen, Vermögen, Bildung; heute thematisiert insbesondere in Zusammenhang mit Geschlecht.
 
Demenz
Eine Demenz ist eine fast immer, aber nicht ausschließlich, im Alter auftretende Erkrankung des Gehirns (Altersdemenz, senile Demenz; daher auch als Alterssyndrom bezeichnet), bei der es zu einer fortschreitenden Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit kommt. Vor allem ist das Gedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, nur bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur, betroffen. Heute sind verschiedene, aber nicht alle Ursachen von Demenzen geklärt, und einige Formen können in einem gewissen Umfang behandelt werden.
 
Depression
Eine Depression (v. lat. deprimere =Niederdrücken), in der Psychologie und der Medizin meist als depressive Episode bezeichnet, ist eine psychische Störung, die durch die Hauptsymptome gedrückte Stimmung, gehemmter Antrieb bei gleichzeitiger innerer Unruhe, Interessenlosigkeit und Freudlosigkeit, ein gestörtes Selbstwertgefühl und eine Abschwächung der Fremdwertgefühle (Verlust von Interesse/Zuneigung für früher wichtige Tätigkeiten oder Bezugspersonen, Schwund der emotionalen Resonanzfähigkeit, wobei sich die Patientin oder der Patient Ihrer/seiner fehlenden Fremdwertgefühle schmerzhaft bewusst wird von Betroffenen als Gefühl der Gefühllosigkeit bezeichnet) gekennzeichnet ist.
 
Diagnose/Interventionsplanung
Leistungen der Beschreibung, Erklärung, Bewertung des Zustandes von Adressatinnen/Adressaten bzw. von Adressatsystemen; Ermitteln des Veränderungsbedarf; Zieldefinition und Vorgehensplanung (z.B. Intake-System, Beobachtungsstation).
 
Diskriminierung
Behinderung, Benachteiligung, willkürliche Behandlung von Menschen mit bestimmten biopsychosoziokulturellen Merkmalen, heute vor allem thematisiert in Zusammenhang mit Rasse, Geschlecht, Herkunft, Behinderungen.
 
Dissoziales Verhalten
Allgemeines und fortgesetztes offensives, normverletzendes Verhalten von Menschen aller Altersstufen (formelle und informelle soziale Kontrolle).
 
Einelternfamilien
vgl. Alleinerziehende
 
Entwickelnd, unterstützend
Präventive oder kurative Verbesserung der ressourcenmässigen Ausstattung der Adressatinnen/ Adressaten bzw. des Adressatsystems (Individuen in sozialen Systemen); Optimieren der Formen des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens innerhalb dieser Systeme und des Austauschs zwischen dem Adressatsystem und seiner Mit- und Umwelt.
 
Entwicklungsstörungen
Entwicklungsstörung im Laufe der Kindheit, bei der in mehreren Entwicklungsbereichen eine schwere Beeinträchtigung vorliegt, die in allen Situationen als wesentliches Funktionsmerkmal auftritt.

z.B. Sprach- und Sprechstörungen, Autismus.
 
Epilepsie
Unter einer Epilepsie, im Deutschen Fallsucht genannt, versteht man ein Krankheitsbild mit mindestens zwei spontan auftretenden epileptischen Anfällen (Krampfanfällen), die nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache hervorgerufen wurden. Ein epileptischer Anfall ist Folge paroxysmaler synchroner Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn, die zu plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- oder Befindungsstörungen führen. Zur Diagnosestellung wird neben der Erhebung der Krankengeschichte eine Hirnstromkurve (Elektroenzephalogramm, EEG) abgeleitet. Auch bildgebende Untersuchungen gehören zur Routinediagnostik, während speziellere Verfahren besonderen Fragestellungen vorbehalten sind. Die Behandlung besteht zunächst in der Verabreichung von krampfunterdrückenden Medikamenten (Antikonvulsiva). In therapieresistenten Fällen kommen auch andere Methoden bis hin zur Epilepsiechirurgie zum Einsatz. Eine Epilepsie hat für die Betroffenen vielfältige Auswirkungen auf das Alltagsleben, die in der Behandlung ebenfalls Berücksichtigung finden sollten. Auch bei verschiedenen Haustieren gibt es ein vergleichbares Krankheitsbild.
 
Ergänzend
Präventive oder kurative Entlastung der Adressainnten/Adressaten des Adressatensystems (Individuen in sozialen Systemen) von denjenigen Aufgaben, die aufgrund von nicht (bzw. nicht effizient oder sinnvollerweise) behebbaren ressourcenmässigen Defiziten nicht oder nicht ausreichend bewältigt werden können. Es wird sichergestellt, dass diese Alltagsaufgaben unter Beizug von öffentlichen Ressourcen durch bzw. im Rahmen von öffentlich organisierten Stellen und Einrichtungen erfüllt werden.
 
Ernährungs-/Essstörungen
Ernährungs- und Essstörungen sind Verhaltensstörungen, bei denen die die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema Essen zentral ist.
Beispiele: Esssucht, Ess-Brechsucht (Bulimie) und Magersucht (Anorexia).
 
Ersetzend
Öffentlich organisierte soziale Systeme übernehmen mit präventiver oder kurativer Zielsetzung alle wesentlichen Funktionen von einem oder mehreren regulären sozialen Systemen befristet oder unbefristet, wenn diese deren Erfüllung nicht oder nicht mehr gewährleisten können.
 
Erwachsene (26-60)
Personen ab 26 bis und mit 60 Jahren.
 
Erwerbsarbeitslosigkeit
Erwerbslosigkeit kann in drei Arten unterteilt werden: friktionell, strukturell und konjunkturell. Von friktioneller Erwerbslosigkeit spricht man, wenn die Arbeitgeber eines bestimmten Arbeitsmarkts freie Stellen anbieten und auf demselben Markt gleichzeitig Erwerbslose gemeldet sind. Die strukturelle Arbeitslosigkeit basiert auf der Unvereinbarkeit der Arbeitssuchenden und der freien Stellen. Die konjunkturelle Erwerbslosigkeit tritt ein, wenn im Verhältnis zur Anzahl Erwerbsloser generell zu wenig Arbeitskräfte gesucht werden.
 
Erziehung
Erziehung und erziehen (lt.Duden von ahd. irziohan = herausziehen) bedeutet, jemandes Geist und Charakter zu bilden und seine Entwicklung zu fördern. Erziehung heißt Sozialisationshilfe, Enkulturationshilfe und dient dem Aufbau der Persönlichkeit und der Ausbildung eines Individuums. Es ist eine mehr oder weniger zielgerichtete Etablierung erwünschter Verhaltensweisen, Werte und Normen bei Kindern und Jugendlichen und damit verbunden auch das Setzen von Grenzen. Ziel der Erziehung ist es, ihnen ihren Platz in Sozialen Gruppen (zum Beispiel der Familie) zuzuweisen und sie später an das Leben und Überleben in der Gesellschaft anzupassen («fit for life»). Entscheidend ist, dass Erziehung immer nur im sozialen Kontext - also durch andere Individuen - stattfinden kann, und anders als Bildung ausschließlich für die Orientierung im sozialen Umfeld nützlich ist. Dennoch ist eine scharfe Abgrenzung zwischen Bildung und Erziehung nicht immer möglich und sinnvoll. Oftmals werden Bildungsinhalte in einen gesellschaftlichen Kontext gerückt, so dass diese wiederum zur Erziehung werden (z.B. Hände waschen nach der Toilette). In vielen Sprachen gibt es deshalb auch nur ein Wort für beide Begriffe, z. B. das englische «education». Bei Erwachsenen wird der Begriff Erziehung im Allgemeinen nicht mehr als Prozess verstanden, da man davon ausgehen sollte, dass die Entwicklung des Erwachsenen soweit abgeschlossen ist. Man verwendet hier den Begriff Erwachsenenbildung, wenn man von Weiter- und Fortbildung spricht. Die eigene Erziehung sind die Verhaltensweisen, Werte und Normen, die uns Eltern, Verwandte, Schule und andere pädagogische Einrichtungen als Prägung auf den Weg ins Erwachsenenleben mitgegeben haben. Manchmal besteht die Selbsterziehung auch in bewusster Abkehr vom bisherigen Weg.
 
Familien
Lebensgemeinschaft von Erwachsenen und Kindern. Dabei kann es sich sowohl um Zweielternfamilien wie um Einelternfamilien handeln. Eine biologische Verwandtschaft oder rechtliche Beziehung ist nicht zwingend, vgl. Adoptiveltern, Stiefeltern und Patchworkfamilien.
 
Flüchtige Lösungsmittel
Flüchtige Lösungsmittel VOC, aus dem Englischen: «volatile, organic compounds», sind flüchtige, organische Stoffe. Sie werden durch Verdunstung an die Umgebungsluft abgegeben. Typische VOC sind alle Lösungsmittel, aber auch Treibstoffe wie Benzin, Dieselöl u.ä. Leider gibt es keine allgemein verbindliche Definition für VOC, sondern gleich mehrere, die sich z.T. deutlich unterscheiden. In der Europäischen Richtlinie 1999/13/EG («VOC Richtlinie») werden als VOC solche organischen Stoffe bezeichnet, deren Dampfdruck 0,01 kPa oder mehr beträgt. Eine andere Definition wird durch die «Lackrichtlinie» (96/13/EG) gegeben. Danach sind als VOC alle flüchtigen Stoffe anzusehen, deren Siedepunkt oder Siedebeginn 250° C oder weniger beträgt. Als sog. TVOC-Wert (total volatile organic compounds) wird immer die Summe gemessener VOC-Einzelwerte bezeichnet.
 
Frauen
Weibliche Personen über 15 Jahre.
 
Freizeit
Freizeit ist die frei zur Verfügung stehende Zeit des Menschen, vor allem im Vergleich zur Arbeitszeit. Das Wort geht auf die spätmittelalterlichen Rechtsbegriffe «Freye-zeyt» und «frey zeit» zurück und benannte damals die Zeit, in der kein Markt stattfand.
 
Freizeitgruppen
Eine Gruppe von Menschen, die sich meist in loser Form in ihrer Freizeit treffen. Eine gewisse Verbindlichkeit und Norm ist jedoch oft vorhanden.
 
Freundeskreis
Gruppe von Menschen, die sich lose oder organisierter innerhalb eines bestimmten Beziehungsnetzes treffen.
 
Gebrauchs- und Konsumgüter
Das Wort Konsum stammt vom lateinischen consumere und bedeutet jede Art von Verbrauch und Verwendung von Gegenständen. Dieser Ge- und Verbrauch von Gütern dient unmittelbar der Befriedigung eines Bedürfnisses. Es geht dabei um einen persönlichen Akt des Konsumierens. In der Ökonomie wird der Konsum den privaten Haushalten oder Einzelpersonen (auch zum Teil dem Staat, dem öffentlichen Haushalt), die Produktion dagegen den Unternehmen zugeordnet.
 
Geistige Behinderung
ICD-10, F00-F79. «Intelligenzminderung ist eine sich in der Entwicklung manifestierende, stehen gebliebene oder unvollständige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten, mit besonderer Beeinträchtigung von Fertigkeiten, wie z.B. Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten. Sie beeinträchtigt die autonome, eigenverantwortliche Lebensführung» (ICD-10).
 
Gemeinwesen
z.B. Gemeinden, Stadtteile, Quartiere.
 
Gemeinwesenarbeit
Beratung und Unterstützung von grösseren Klientsystemen bei der Deckung von kollektiven Bedürfnissen und bei der Lösung kollektiver Probleme, z.B. die Bereitstellung von familienergänzenden Angeboten, der Versorgung mit materiellen und immateriellen Gütern, Umgang mit dissozialen Jugendlichen, Integration von Ausländer/innen etc.
 
Gemeinwesenberatung
Beratung und Unterstützung von grösseren Klientsystemen bei der Deckung von kollektiven Bedürfnissen und bei der Lösung kollektiver Probleme, z.B. die Bereitstellung von familienergänzenden Angeboten, der Versorgung mit materiellen und immateriellen Gütern, Umgang mit dissozialen Jugendlichen, Integration von Ausländer/innen etc.
 
Gender
Mit «Gender» wird im Englischen das soziale Geschlecht im Gegensatz zum biologischen Geschlecht («Sex») bezeichnet. Diese zugeschriebenen sozialen Geschlechterrollen variieren von Kultur zu Kultur.
Der Begriff «Gender» im weiteren Sinne wird auch oft allgemein für geschlechtsspezifische Frage- und Problemstellungen gebraucht.
 
Geschützter Arbeitsplatz
Längerfristiges, agogisch gestaltetes Arbeitsangebot für Personen, die wegen einer Behinderung keine Erwerbstätigkeit in der regulären Arbeitswelt ausüben können. Geschützte Arbeitsplätze befinden sich in geschützten Werkstätten. Den Mitarbeitenden werden dort Arbeitsbedingungen gewährleistet, die in hohem Masse Rücksicht nehmen auf die durch Krankheit oder Behinderung beeinträchtigte Leistung (Gestaltung der Arbeitszeit, Betreuung am Arbeitsplatz, Einrichtung des Arbeitsplatzes).
Geschützte Werkstätten haben einen doppelten Auftrag: marktgerechte Produktion von Produkten und Dienstleistungen und Bereitstellung von Arbeitsplätzen für leistungsbeeinträchtigte Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter. Sie sind Produktionsbetriebe gewerblicher und industrieller Art sowie Dienstleistungsbetriebe, die analog betriebswirtschaftlich geführten Betrieben in der Privatwirtschaft ertragsorientiert sind.
 
Gesundheitsprävention
Massnahmen zur Vorbeugung gegen Krankheiten und deren Früherkennung.
Die primäre Prävention will deren Entstehung verhindern, die sekundäre Prävention bezweckt das Erkennen der oben genannten Faktoren, die tertiäre Prävention verhütet deren Verschlimmerung und eventuelle Rückfälle.

Themen: HIV/Aids, Krebs, Ernährung/Essstörung, stoffabhängige Süchte, Bewegung

 
Gewalt/Ausbeutung
Probleme im Zusammenhang mit Verhalten bzw. entsprechenden Lebensbedingungen, die bio-psychosoziokulturelle Identität und Integrität von Menschen einschneidend verletzen.
 
Gewaltopfer
Die Opfer von Gewalttaten leiden nicht nur unter gesundheitlichen Problemen, sondern werden auch beruflich oft aus der Bahn geworfen. Gewaltopfer sind oft selbstmordgefährdet. Die Mehrzahl der Befragten klagt über Angstgefühle, Stresssymptome und macht sich Selbstvorwürfe. Beim traumatisierenden Ereignis handelt es sich bei Frauen vorwiegend um Sexualdelikte, die überdies noch von Personen aus dem Bekanntenkreis verübt werden.
 
Halluzinogene
Als Halluzinogene werden Substanzen bezeichnet, die mehr oder minder ausgeprägte Veränderungen der visuellen, akustischen oder haptischen Wahrnehmung (Halluzination), gleichzeitig, aber nur im untergeordneten Mass, stark ausgeprägte geistige Verwirrung, tiefgreifenden Gedächtnisverlust und grobe Desorientiertheit in Bezug auf Personen, Raum und Zeit hervorrufen. Zu den potentesten Halluzinogenen gehören LSD und Salvinorin A, zu den wirkkräftigsten DMT.
 
Haushalthilfe
Unterstützung bei der Haushaltführung (z.B. bei alten Menschen).
 
Heilpädagogische Früherziehung
Frühförderung von in ihrer Entwicklung erheblich gefährdeten, gestörten oder behinderten Kindern im Vorschulalter sowie Beratung und Unterstützung der jeweiligen Bezugspersonen.
 
Hilfsmittel
Hilfsmittel zur Kompensation von körperlichen Ausstattungsdefiziten (z.B. Hörapparate, Rollstühle).
 
Hirnverletzungen
Medizinisch wird die Schädel-Hirnverletzung definiert als Folge einer äusseren Gewalteinwirkung auf den Schädel oder das Gehirn. Dabei kommt es zu einer primären Verletzung, indem durch die Gewalteinwirkung direkt Gewebe im Schädel, insbesondere im Hirn zerstört wird. Als Folge dieser primären Verletzung kann es dann zu einer Sauerstoffuntervorsorgung, zu einem Druck auf das Gehirn etc. kommen, was so genannte sekundäre Schädigungen verursachen kann. Je schneller und besser die medizinische Versorgung, desto kleiner fallen in der Regel diese sekundären Schädigungen aus.
 
HIV/Aids
HIV (Humanes Immundefizienz-Virus, Menschliches Immunschwäche-Virus, engl.Human immunodeficiency virus) ist die Bezeichnung für ein Virus, das die Krankheit Aids (Erworbenes Immundefektsyndrom, engl. acquired immunodeficiency syndrome) verursacht. Es gehört zur Familie der Retroviren. Eine vollständige Entfernung des HI-Virus aus dem menschlichen Körper ist nicht möglich, da Retroviren in der Lage sind, ihren genetischen Code in das Erbgut des Wirts einzubauen. Eine Ansteckung führt nach einer unterschiedlich langen, meist mehrjährigen Inkubationsphase zu Aids, einer unheilbaren Immunschwächekrankheit. Bei einer Minderheit (< 5 %) den sogenannten Long Term Non-Progressors bricht die Krankheit erst nach Jahrzehnten oder möglicherweise nie aus.
 
Hort
Halbtage- oder tageweise professionelle Betreuung von Schulkindern in Tagesstätten.
 
Häusliche Gewalt
Häusliche Gewalt liegt vor, wenn Personen innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten familiären, ehelichen oder eheähnlichen Beziehung physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausüben oder androhen (Schwander 2003). Der Begriff der Häuslichen Gewalt wird in Bezug auf die gewaltausübende Person geschlechtsneutral verwendet. Es sind damit sowohl Männer wie Frauen gemeint, die innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten familiären, ehelichen oder eheähnlichen Beziehung Gewalt ausüben.

Quellen:
- Eidgenössisches Büro für Gleichstellung von Frau und Mann EBG (2007). Informationsblatt: Definition, Formen und Betroffene häuslicher Gewalt. Bern: EBG.
- Schwander M. (2003). Interventionsprojekte gegen häusliche Gewalt: Neue Erkenntnisse neue Instrumente. In: Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht, Band 121, Heft 2. Bern.
 
Hörbehinderte
Beeinträchtigung des Hörsinns. Der Begriff Gehörlosigkeit (Synonym: Taubheit) bezeichnet das vollständige oder weitgehende Fehlen des Gehörs bei Menschen. Medizinisch gesehen haben ca. 98 % aller Gehörlosen ein Restgehör. Unter Schwerhörigkeit versteht man eine Minderung des Hörvermögens. Die Ausprägung der Störung kann von leichter Schwerhörigkeit bis zur Gehörlosigkeit reichen.
 
Informelle Bildung und informelles Lernen
In internationalen Bildungsdiskussionen wird in der Regel zwischen informeller, nicht-formeller und formeller Bildung unterschieden. Mit den Begriffen «informelle Bildung» und «informelles Lernen» werden in der Regel ungeplante und nichtintendierte Bildungsprozesse im Alltag, in der Familie oder in der Peer Group beschrieben (vgl. Ergebnisse der Fachtagung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV. Bei «formeller Bildung» handelt es sich dagegen um geregelte Prozesse nach umfänglichen Vorgaben, die in erster Linie in Schulen und in Ausbildungsinstitutionen stattfinden. «Nicht-formelle Bildung» wiederum beschreibt geplante und gewollte Bildungsprozesse, die aber ausserhalb der Schule stattfinden, beispielsweise in der Kinder- und Jugendhilfe. Manche Fachleute nehmen zudem eine konzeptuelle Unterscheidung zwischen «informeller Bildung» und «informellem Lernen» vor: Der Begriff «Lernen» fokussiert dabei auf den Lernprozess, während beim Begriff «Bildung» auch Kontextuelles mitgedacht wird. Die Bedeutung ausserschulischer Bildungsprozesse wird seit den frühen 70er Jahren diskutiert, wenn auch nicht immer unter dem Begriff «informeller Bildung». Einflussreich war insbesondere der Bericht «Learning to be. The world of education today and tomorrow» der Unesco (auch bekannt als Faure-Bericht). Die Autoren des Berichts schätzten, dass etwa 70 Prozent der Lernprozesse Erwachsener ausserhalb der Bildungsinstitutionen stattfinden. Informelle Bildung
 
Integration in reguläre Lebensgemeinschaft
Häufiger Begriff: Pflegefamilie. Integration, von in der Regel einem Kind/Jugendlichen, in eine (fremde) reguläre Wohn- und Lebensgemeinschaft.
 
Integration in reguläre Lebensgemeinschaft mit professioneller Betreuung
Häufiger Begriff: Sozialpädagogische Ersatzfamilie. Integration von einem oder mehreren Kindern/Jugendlichen ohne spezifischen Sozialisations- und Behandlungsbedarf in eine reguläre Wohn- und Lebensgemeinschaft für eine nicht planbare, nicht befristete Dauer.
 
Integrationsarbeitsplätze
Integrationsarbeitsplätze sind Arbeitsplätze in Firmen und Betrieben, die in der Regel ausserhalb des ordentlichen Stellenplans eingerichtet werden. Es handelt sich um Arbeitsplätze, die entsprechend den individuellen Bedürfnissen der beeinträchtigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gestaltet sind z.B. bezüglich Arbeitszeit, Komplexität der Arbeit, Einarbeitungszeit und Leistungsanforderungen. Bei deren Besetzung ist die Zusammenarbeit Arbeitgeber und soziale Institution (z.B. Fachstelle für berufliche Eingliederung, Job Coach, Berufsförderungskurs) entscheidend. Die Fachstelle begleitet die Eingliederung durch Betreuung und fachlichen Support für Beschäftigte und Arbeitgeber. Der Arbeitgeber richtet einen Leistungslohn aus, der durch eine Rente oder Teilrente ergänzt wird. Praktische Erfahrungen zeigten, dass durch geeignete spezifische Unterstützungsmassnahmen auch die langfristige Beschäftigung von Personen mit psychischen Beeinträchtigungen in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts wesentlich erleichtert werden kann.
 
Interessengruppen
Neben den offiziellen Mitarbeitern, Partnern und Partnerinstitutionen einer gesellschaftlichen Institution finden sich Menschen zu so genannten Interessengruppen zusammen, um gemeinsam effektiver Informationen zu sammeln und Einfluss zu nehmen. Auch Firmen oder ein Zusammenschluss mehrerer Organisationen zu einem bestimmen Ziel (Dachverband) können eine Interessengruppe darstellen.
 
Interkulturelle Konflikte
Probleme in sozialen Systemen, die erklärt werden auf dem Hintergrund kulturell unterschiedlicher Erlebens- und Verhaltensmuster der Akteurinnen/Akteure.
 
Interventionsform
Charakterisierung der Art der Leistungen, die die Leistungserbringereinheit zur Bearbeitung definierte Problemstellung der Adressatinnen/Adressaten bzw. des Adressatsystems erbringt.
 
Jugendliche (15-18)
Personen ab 15 bis und mit 18 Jahren.
 
Jugendstrafrechtliche Massnahmen
Erteilen eines Verweises, Anordnung von Schularrest, Verpflichtung zu einer Arbeitsleistung.
 
Junge Erwachsene (19-25)
Personen ab19 bis und mit 25 Jahren.
 
Kinder (7-14)
Personen im Alter ab 7 und bis und mit 14 Jahren.
 
Kindergarten, Grundstufe
Zumeist wird als Kindergarten die Einrichtung für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren bezeichnet; in Abgrenzung zur Kinderkrippe (0 bis 3 Jahre) und zum Hort (Kinder im Grundschulalter). Der Begriff Grundstufe umfasst in der Regel die Schulen, die von Kindern der Klassen 1 bis 6 besucht werden. Dies umfasst die Altersstufen von etwa 7 bis 12 Jahren (oft umgangssprachlich auch als Primarschule bezeichnet).
 
Kindsmissbrauch
Der seelische Missbrauch gliedert sich in eine mildere und eine gewaltsamere Form. Der «sanfte» Missbrauch ist weniger offensichtlich, geschieht unter dem Deckmantel der Liebe und wirft das Kind vor allem in seinen Gefühlen hin und her. Der gewaltsamere Missbrauch ist verbunden mit Schlägen, mit Perversion, Abartigkeit. Alles was das Kind tut, macht es danach mit Angst. Der sexuelle Missbrauch von Kindern bezeichnet willentliche sexuelle Handlungen mit, an oder vor Kindern. Typischerweise spielt dabei ein Macht- oder Wissensgefälle zwischen dem Täter und seinem kindlichen Opfer eine zentrale Rolle.
 
Kindsschutzmassnahmen
Von der Vormundschaftsbehörde oder der Jugendstrafbehörde angeordnete zivilrechtliche oder strafrechtliche Kindesschutzmassnahme, die von den Adressatinnen/Adressaten (Kinder/Jugendliche und/oder deren Eltern) bestimmte Tätigkeiten oder Verhaltensweisen verlangt bzw. die Unterlassung von Tätigkeiten oder Verhaltensweisen fordert.
 
Kleinkinder (0-6)
Kinder bis und mit 6 Jahren.
 
Knaben
Männliche Kleinkinder und Kinder (unter 15 Jahre).
 
Kokain
Kokain (auch Cocain) ist ein Stimulans und eine weltweit verbreitete Droge. Kokain zählt zu den Tropanalkaloiden. (Keyword)
 
Konsumverhalten
Konsum steht für den Erwerb bzw. den Verbrauch von Gütern zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse. Unsere Gesellschaft ist schon längst über dieses Stadium hinaus, der Konsum dient nicht mehr allein diesem Zweck sondern ist längst zu mehr geworden: Lifestyle, Gruppenzugehörigkeit, Mode und vieles mehr.
 
Krankheit
Unter dem Begriff Krankheit wird in der Regel eine Beeinträchtigung körperlicher, geistig-seelischer oder sozialer Fähigkeiten verstanden, die die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden reduziert.
 
Krankheiten des Nervensystems
z.B. Kopfschmerz, Migräne, Morbus Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, Alzheimer, Demenz.
 
Krebs
Krebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheiten mit gemeinsamen Merkmalen:

- Ursprünglich normale Gewebezellen vermehren sich unkontrolliert sie werden zu Krebszellen.
- Krebszellen wachsen in gesundes Gewebe ein und schädigen es.
- Krebszellen können sich von ihrem Entstehungsort lösen und an anderen Stellen im Körper Ableger bilden (Metastasen).

Bei den meisten Krebsarten bilden die Krebszellen eine Geschwulst. Bei anderen Krebskrankheiten breiten sie sich über die Blut- oder Lymphbahnen im ganzen Körper aus. Andere Bezeichnungen für Krebs sind Neoplasie, bösartiger / maligner Tumor, Karzinom oder Malignom.
Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Gene so verändern, dass sich die Zellen unkontrolliert vermehren. Warum eine normale Zelle plötzlich zur Krebszelle wird, lässt sich meistens nicht feststellen. Es gibt aber Faktoren, die das Risiko für die Entstehung von Krebs erhöhen. Dazu gehören Tabakrauch, giftige Chemikalien, die UV-Strahlung des Sonnenlichts oder Alkohol. Auch eine unausgewogene Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel können das Risiko für einzelne Krebsarten erhöhen. Etwa 5-10% der Krebsfälle sind auf erbliche Veranlagung zurückzuführen. Die meisten Krebserkrankungen kommen bei älteren Menschen häufiger vor.
Eine Krebsgeschwulst schädigt oder zerstört das Organ, aus dem sie entstanden ist. Das führt zu Beschwerden, zum Beispiel zu Schmerzen. Krebs, der sich im Körper ausbreitet und Metastasen bildet, schädigt mit der Zeit lebenswichtige Strukturen und Funktionen. Der betroffene Mensch wird krank und kann sterben.

Quelle: Krebsliga Schweiz
 
Kriegs- und Folteropfer
Als Folter bezeichnet man das gezielte Zufügen von psychischem oder physischem Leid (Gewalt, Qualen, Schmerz) an Menschen durch andere Menschen, als Mittel für einen zielgerichteten Zweck, beispielsweise um eine Aussage, ein Geständnis, eine Widerrufung oder eine wichtige Information zu einem bestimmten Sachverhalt zu erhalten, den Willen und Widerstand der Folteropfer (dauerhaft) zu brechen. Kriegs- und Folteropfer sind meist traumatisiert.
 
Kriminelles Verhalten
Verhalten, das gegen strafrechtliche Bestimmungen verstösst (StGB).
 
Krippe
Halbtage- oder tageweise professionelle Betreuung von Vorschulkindern (erwerbstätiger Eltern) in Tagesstätten.
 
Krisenintervention
Akute therapeutische Hilfe in krisenhaften Situationen, deren Prinzipien sofortiges Eingreifen, aktives Handeln des Therapeuten, Behandlung der gegenwärtigen Problematik und Einbezug des Milieus sind. oder Notfallmässige Aufnahme von Menschen in professionell organisierte Sozialsysteme für kurze Dauer (bis maximal drei Monate). Professionelle, auf die individuellen Bedürfnisse und Bedingungen von Menschen in Krisen und/oder Übergangssituationen abgestimmte Reproduktions- und Sozialisationsleistungen. Konzentration der professionellen Leistungen auf die Erfassung des Handlungsbedarfs und die Erarbeitung von Lösungswegen in Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren. Planung und Realisierung von, auf mittlere und längere Frist angelegte, Lösungen. Kann im offenen oder geschlossenen Rahmen durchgeführt werden.
 
Krisenintervention
Akute therapeutische Hilfe in krisenhaften Situationen, deren Prinzipien sofortiges Eingreifen, aktives Handeln des Therapeuten, Behandlung der gegenwärtigen Problematik und Einbezug des Milieus sind.
oder
Notfallmässige Aufnahme von Menschen in professionell organisierte Sozialsysteme für kurze Dauer (bis maximal drei Monate). Professionelle, auf die individuellen Bedürfnisse und Bedingungen von Menschen in Krisen und/oder Übergangssituationen abgestimmte Reproduktions- und Sozialisationsleistungen. Konzentration der professionellen Leistungen auf die Erfassung des Handlungsbedarfs und die Erarbeitung von Lösungswegen in Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren. Planung und Realisierung von, auf mittlere und längere Frist angelegte, Lösungen. Kann im offenen oder geschlossenen Rahmen durchgeführt werden.
 
Kurzbetreuung in regulärer Lebensgemeinschaft
Notfallmässige Aufnahme in eine (fremde) reguläre Wohn- und Lebensgemeinschaft für kurze Dauer.
 
Körperliche Behinderung
Schädigung der Bewegungsfähigkeit infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparates oder einer anderen organischen Schädigung.
 
Körperliche Behinderung
Schädigung der Bewegungsfähigkeit infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparates oder einer anderen organischen Schädigung.
 
Körperliche Krankheit
Eine Krankheit (synonym: Erkrankung, Morbus, griech: Nosos - vgl. dann Noxe) ist eine Störung der körperlichen, kognitiven, sozialen und/oder seelischen Funktionen, die die Leistungsfähigkeit oder das Wohlbefinden eines Lebewesens subjektiv oder intersubjektiv deutlich wahrnehmbar negativ beeinflusst oder eine solche Beeinflussung erwarten lässt. In diesem Umschreibungsversuch sind drei Ebenen angedeutet, die beim Menschen mit «Krankheit» bzw. «Kranksein» verbunden sind: der mehr oder weniger objektive, beobachtbare Tatbestand, das subjektive Befinden und das daraus folgende oder erwartete soziale Verhalten. Eine besondere Definitionsschwierigkeit stellen die Übergänge zwischen gesund und krank dar. Eine schwere Erkrankung ist als Zustand mit einer Definition einfach zu umschreiben. Der Krankheitsbeginn, in dem Prävention sinnvoll sein kann, ist nicht so einfach zu definieren. Die gesellschaftliche Diskussion um die Abgrenzung von Krankheit zur Gesundheit wird in der Fachwelt mit Begriffen wie Healthism, Disease Mongering und Medikalisierung geführt. Häufig wird Krankheit mit Zweckdefinitionen umschrieben, die notwendig werden, wenn wie im Krankenversicherungsrecht über erhebliche finanzielle und soziale Konsequenzen entschieden wird. Im historischen, soziologischen und regionalen Vergleich ist das Verständnis von Krankheit sehr unterschiedlich. Abwesenheit von Krankheit ist eine notwendige, aber laut WHO nicht hinreichende Voraussetzung für Gesundheit.
 
Körperpflege/Bewegung
Körperpflege, in Neudeutsch auch Persönliche Hygiene (gängige Fehlübersetzung des englischen personal care) ist in erster Linie die Pflege und Hygiene des menschlichen Körpers. Neben dem regelmäßigen Waschen sowie Zähneputzen zählt man auch Haarpflege sowie das Reinigen der Fingernägel (Maniküre) und der Füße (Pediküre) dazu. Bewegung (von biwegen bzw. wegen: in Bewegung setzen) ist eine Veränderung einer Position bzw. eines Ortes oder einer Situation eines Objektes oder Subjektes im Vergleich zu einem Bezugssystem. Hier synonym gemeint mit Bewegung, die auf die Gesundheit einwirkt wie regelmässiges Spazieren, Turnen, Sport oder Training.
 
Legasthenietherapie
Individuelle Behandlung von Menschen mit Schwierigkeiten in Orthographie, Grammatik, schriftlichem Ausdruck, Lesen, sowie visuellen und akustischen Wahrnehmungsstörungen durch eine Fachperson.
 
Lehrbetriebe
In einem Lehrbetrieb werden innerhalb einer dualen Ausbildungsstruktur Lehrlinge in den berufspraktischen Fähigkeiten ausgebildet.
 
Lernbehinderung
Probleme von Menschen, die schwerwiegend, umfänglich und langdauernd in ihrem Lernen beeinträchtigt sind.
 
Lernbehinderung
Probleme von Menschen, die schwerwiegend, umfänglich und langdauernd in ihrem Lernen beeinträchtigt sind.
 
Logopädie
Prävention, Diagnostik, Therapie und Beratung von Patientinnen und Patienten mit Stimm-, Sprech-, Sprach- und Hörstörungen durch eine/einen diplomierte/n Logopädin oder Logopäden.
oder
Individuelle Behandlung von Menschen mit Stimm-, Sprach- und Sprechstörungen sowie Wahrnehmungsstörungen durch eine Fachperson; je nach Form und Intensität in Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen.
 
Längerfristiges Sozialisations- und Behandlungsprogramm
Längerfristige Integration von Menschen mit mehrfach problematischen Lebensbedingungen und Lebensbewältigungsstrategien und entsprechend spezifischem Sozialisations- und Behandlungsbedarf in therapeutische Lebensgemeinschaften (z.B. Jugendheime, Spezialabteilungen von Gefängnissen). Professionelle Erfassung der Lebensbedingungen und Lebensbewältigungsstrategien, Ermittlung des Veränderungs- und Handlungsbedarfs, Formulierung von Zielsetzungen und Lösungsstrategien im Zusammenspiel mit allen relevanten Akteuren.
 
Materielle Existenzsicherung/Armut
Materielle Ausstattungsprobleme; qualitativ-quantitative unzureichende materielle Voraussetzungen zu einer autonomen, geglückten Lebensbewältigung.
 
Mediation
Art der Konfliktbewältigung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Meist formeller Prozess, bei dem ein/e unparteiische/r Dritte/r, die Mediatorin oder der Mediator, durch Organisation von Gesprächen zwischen den Parteien versucht, es ihnen zu ermöglichen, ihre Standpunkte gegenüberzustellen und mit ihrer/seiner Hilfe eine Lösung des Konfliktes herbeizuführen.
 
Medikamente
Unter Medikamentenmissbrauch versteht man das Einnehmen von bestimmten Arzneimitteln, ohne dass dafür eine medizinische Notwendigkeit besteht oder aber die Einnahme höherer Dosierungen als für die Behandlung einer Krankheit notwendig wäre.
Am häufigsten missbraucht werden Schmerzmittel (insbesondere Opioide) und Beruhigungsmittel (insbesondere Benzodiazepine).

Synonyme: Medikamenten-Abusus, Medikamentenabhängigkeit)
 
Medizinisch-therapeutische Leistungen
Von Professionellen auf Grund von ärztlichen Verordnungen erbrachte körperbezogene therapeutische Leistungen; z.B. Physiotherapie, Ergotherapie, psychomotorische Therapie, Gedächtnistraining.
 
Mehrfachbehinderung
Unter einer Mehrfachbehinderung versteht man das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Behinderungstypen, z. B. das gemeinsame Vorliegen einer Körperbehinderung und einer kognitiven Behinderung.
 
Migration/Interkulturalität
Fragen und Probleme im Zusammenhang mit Menschen, die von einem regionalen oder sozialen Raum in einen anderen wechseln (Emigration und Immigration).
 
Mittagstisch
Verpflegung und Betreuung von Schulkindern oder anderen Personengruppen über den Mittag.
 
Mittagstisch
Verpflegung und Betreuung von Schulkindern oder anderen Personengruppen über den Mittag.
 
Mittelfristige Abklärung in organisierten Lebensgemeinschaften
Häufiger Begriff: Beobachtungs- oder Abklärungsstation. Aufnahme von Menschen in professionell organisierte Reproduktions- und Sozialisationssysteme für mittlere Dauer (ca. sechs Monate). Die Einrichtungen haben den Auftrag und die Ressourcen, Arbeits- und Interaktionssituationen zu planen und zu realisieren, die es ermöglichen, den Menschen in seinen Bedürfnissen, Ressourcen und Defiziten zu erfassen. Professionelle Beschreibung, Erklärung und Bewertung der Lebensbedingungen und Lebensbewältigungsstrategien der Klientinnen/Klienten, Ermittlung des Veränderungs- und Handlungsbedarfs, Formulierung von Zielsetzungen und Lösungsstrategien in Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren. Planung und Realisierung von auf mittlere und längere Frist angelegte Lösungen. Berichterstattung gegenüber den Auftraggebern.
 
Mittelfristige Behandlungsprogramme in organisierten Lebensgemeinschaften
Aufnahme und Integration von Menschen mit spezifischen problematischen Lebensbedingungen und Lebensbewältigungsstrategien und entsprechendem Sozialisations- und Behandlungsbedarf in professionell organisierte agogisch-therapeutische Lebensgemeinschaften für mittlere Dauer (bis max. ein Jahr), z.B. stationäre Drogentherapie, Psychotherapiestationen. Die Einrichtungen haben den Auftrag und die Ressourcen, Arbeits- und Interaktionsgemeinschaften zu planen und zu realisieren, die es ermöglichen, in professioneller Art und Weise auf problematisierte Aspekte der Lebensbedingungen und Lebensbewältigungsstrategien der Klienten einzuwirken.
 
Mittelschulen
Bezeichnung für Kantonsschule (Gymnasium/Maturitätsschule) und weitere Schulen der gleichen Stufe, wie z.B. Diplommittelschule, Wirtschaftsmittelschule, Fachmittelschule, etc.
 
Mittelstufe
Innerhalb der Grundstufe in der Regel die Schulen, die von Kindern der Klassen 4 bis 6 besucht werden. Dies umfasst die Altersstufen von etwa 10 bis 12 Jahren.
 
Mittleres Erwachsenenalter
26 bis 60 Jahre.
 
Mobbing
(engl. Mobbing, mob = Meute, Gesindel, Pöbel, Bande oder to mob = angreifen, über jemanden herfallen) ist Schikane, Intrige und Psychoterror in Organisationen, insbesondere am Arbeitsplatz und in Schulen. Die Bedeutung des Begriffs «Mobbing» hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Mobbing am Arbeitsplatz betrifft einen grossen Teil der erwerbstätigen Bevölkerung in unserer Gesellschaft. Auch Mobbing in der Schule wird als ernsthaftes Problem wahrgenommen. Die Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz betreffen nicht nur die Opfer, sondern richten auch öko-nomischen Schaden auf betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene an. Praktiker und Sozialforscher schlagen verschiedene Massnahmen vor, um das Problem Mobbing am Arbeitsplatz einzudämmen.
 
Mädchen
Weibliche Kleinkinder und Kinder (unter 15 Jahren).
 
Männer
Männliche Personen ab 15 Jahren.
 
Nachhilfeunterricht
Ausserschulische Unterstützung (einzeln oder in Kleingruppen) zur zeitlichen und inhaltlichen Bewältigung des Schulstoffes. Neuerarbeitung, Verarbeitung, Nachbereitung schulischer Inhalte, Vorbereitung auf Prüfungen etc., Anleitung zur besseren Arbeitsorganisation.
 
Nachtkliniken
Einrichtung für die vorübergehende Aufnahme von Personen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder in einer Tagesstruktur eingebettet sind, aber ausserhalb dieser Zeit ärztliche und pflegerische Betreuung benötigen.
oder
Nachtkliniken sind Einrichtungen, in denen Personen teilstationär über Nacht betreut werden. Oft sind auch pflegerische Leistungen darin eingeschlossen. Tagsüber halten sich dieselben Personen zu Hause oder in einer teilstationär betreuten Tageseinrichtung auf.
 
Neurotisches Verhalten
Spezifische, relativ konstante Erlebens- und Verhaltensmuster, die die Integration in Lebens- und Arbeitsgemeinschaften beinträchtigen oder verunmöglichen (z.B. soziale Phobien, Anpassungsstörungen, somatoforme Störungen).
 
Nikotin
Nikotin (Nicotin), benannt nach Jean Nicot, ist ein Alkaloid, das in der Tabakpflanze und etlichen anderen Nachtschattengewächsen vorkommt. Besonders hoch ist seine Konzentration in den Blättern. In der ganzen Pflanze kommt es mit einem Massenanteil von 5 Prozent vor. Nikotin ist ein starkes (Nerven-)Gift. (Keyword)
 
Notschlafstelle
Ort ohne Tagesstruktur, in erster Linie Obdach für Menschen in akuten Krisensituationen, in Notlagen und orientierungslosen Situationen, unter anderem auch für Drogenkonsumentinnen/-konsumenten sowie Alkoholkranke. In der Regel beschränkte Öffnungszeiten von 21.00 Uhr bis 09.00/10.00 Uhr morgens und nur für Männer und Frauen ab 18 Jahren gedacht.
 
Obdachlosigkeit
Menschen, die über keinen festen Wohnsitz verfügen und im Freien oder in Notunterkünften übernachten.
 
Oberstufe
In der Regel die Schulen, die von Kindern der Klassen 6 bis 8 bwz. 9 besucht werden. Dies umfasst die Altersstufen von etwa 12 bis 14 bzw. 15 Jahren (oft auch als Sekundarstufe bezeichnet).
 
Opiate
Als Opiate bezeichnet man die Alkaloide, die sich natürlicherweise im Opium, der getrockneten Milch des Schlafmohns, befinden. Dazu zählen unter anderem Morphin, Codein, Papayerin und Thebain. In der Regel werden auch alle halbsynthetisch abgeleiteten Stoffe wie z.B. Heroin, Hydromophon, Oxycodon oder Dihydrocodein dazugezählt, diese sind aber strenggenommen keine Opiate, sondern Opioide. Als Opioide werden weiter alle Stoffe bezeichnet, die als Liganden an den Opioidrezeptoren im Gehirn und im Körper wirken, wie z.B. das Buprenorphin. Die vom menschlichen Körper selbst gebildeteten Opi-oidpeptide sind die als «Glückshormone» bekannten ß-Endorphine, Enkephaline und Dynorphine. Als wichtigstes der 25 Opiate wird Morphin in der Medizin als Schmerzmittel verwendet. Ein weiteres, Codein, dient überwiegend der Unterdrückung des Hustenreizes. Eine ganze Reihe von Opiaten und Opioiden sind im BtMG aufgeführt. (Keyword)
 
Organisation des Freizeit- und Kultursektors
Organisierte soziale Systeme (z.B. Vereine, Unternehmen), die als Profit- oder Nonprofit-Organisationen Individuen die Befriedigung spezifischer reproduktiver Bedürfnisse ermöglichen, z.B. Sportvereine, Diskotheken, Clubs, Reiseveranstalter.
 
Organisationen der Arbeitswelt
Organisierte soziale Systeme des primären, sekundären und tertiären Bereichs (z.B. Betriebe, Unternehmen, Verwaltungen), die als Profit- oder Nonprofit-Organisationen Individuen Erwerbsarbeit verschaffen.
 
Paare
Zwei Personen, die in einer Lebensgemeinschaft ohne Kinder leben. Dabei kann es sich sowohl um eine heterosexuelle als auch um eine homosexuelle Beziehung handeln.
 
Paare
Der Begriff Paar bezeichnet zwei verheiratete oder eng zusammengehörige (auch gleichgeschlechtliche) Personen, die in einer Partnerschaft (Beziehung) zusammenleben.
 
Peer-Gruppen
Peer-Groups sind Gruppen von meist jugendlichen Gleichaltrigen. Diese zeichnen sich aus durch gemeinsame Interessen und/oder Aktivitäten. Jede Peer-Group entwickelt auch eigene Werte und Normen, denen sich einzelne, wenn sie Teil der Peer-Group bleiben wollen, nur schwer entziehen können. Im Sport gibt es viele positive Beispiele von Peers (Trainingsgemeinschaften im Verein mit gemeinsamen Zielen).
 
Persönlichkeitsstörungen
Als Persönlichkeitsstörungen bezeichnet man in der Psychiatrie und Klinischen Psychologie verschiedene überdauernde Erlebens- und Verhaltensmuster, die von einem flexiblen, situationsangemessenen («normalen») Erleben und Verhalten in jeweils charakteristischer Weise abweichen. Sie sind durch relativ starre mentale Reaktionen und Verhaltensformen gekennzeichnet, vor allem in Situationen, die für die jeweilige Person konflikthaft sind. Die persönliche und soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit ist meistens beeinträchtigt. Persönlichkeitsstörungen werden nach charakteristischen Merkmalen unterteilt, wobei jedoch häufig Überschneidungen vorkommen. In der Psychiatrie und Klinischen Psychologie wurden verschiedene «Typologien» bzw. Klassifikationssysteme entwickelt, wie ICD-10 und DSM-IV.
 
Pflege / Betreuung zu Hause
 
Pflegefamilie
Familie, die ein Kind, eine Jugendliche oder einen Jugendlichen aus bestimmte oder unbestimmte Zeit zur Betreuung und Erziehung aufnimmt. Meistens erhält die Pflegefamilie dafür ein Pflegegeld, viele Pflegefamilien aber vor allem solche, die ein verwandtes Kind aufnehmen werden für ihren Aufwand nicht entschädigt.
 
Pflegeheime
Stationäre Einrichtungen für ältere Menschen mit Pflegeabteilung, Alters- und Pflegeheime.
 
Pflegerische Leistungen
Von Professionellen auf Grund von ärztlichen Verordnungen erbrachte pflegerische Leistungen (z.B. Krankenpflege, Hauspflege) sowie nicht kassenpflichtige körperbezogene Pflegeleistungen (z.B. Fusspflege, Massagen), die in der Regel am Wohnort erbracht werden.
 
Primärgruppen (Wohn- und Lebensgemeinschaft)
Primärgruppen sind Gruppen, in denen der Mensch als erstes Mitglied wird, wie es in der Familie der Fall ist. Die Mitglieder stehen in vorwiegend emotional bestimmten, direkten und häufig persönlichen Kontakten zueinander. Durch die kleine Gruppengröße wird die gegenseitige Beeinflussung gefördert und so entwickeln sich ähnliche Einstellungen, Werte und Normen. Dem gegenüber steht die Sekundärgruppe, die im Laufe des Lebens für einzelne Individuen an Bedeutung und Funktion gewinnen kann.
 
Problembezug
Problematische/problematisierte biopsychosoziokulturellen Konstellationen, auf die eine zu beschreibende Leistungserbringereinheit ihr Angebot ausrichtet. Die Terminologie/Begrifflichkeit orientiert sich an Konstrukten, die den unterschiedlichsten alltags-, betriebstheoretischen und wissenschaftlichen Begriffssystemen entlehnt sind. Diese fokussieren in der Regel auf eine Dimension einer Problemstellung (z.B. psychische Störungen), die für Leistungen der Sozialen Arbeit nur dann relevant wird, wenn in deren Zusammenhang die autonome, eigenverantwortliche Lebensführung, die Integration in Lebens- und Arbeitsgemeinschaften, die Teilhabe an sozialen Errungenschaften beeinträchtigt oder verunmöglicht wird.
 
Probleme am Arbeitsplatz
z.B. Mobbing, Work-Life-Balance, Fehlende Förderung / Beförderung, menschliche Spannungen am Arbeitsplatz, sexuelle Belästugung am Arbeitsplatz, Stress, Burnout, Bore-Out,
 
Prävention, soziale
Massnahmen zur Vorbeugung und Früherkennunggegen sozialer Probleme.

Themenbereiche: Soziale Randständigkeit, Armut, Gewalt, Suizid, Mobbing, Arbeits- und Spielsucht

Soziale Prävention kann teilweise auch Gesundheitsprävention miteinschliessen.
 
Psychische Behinderung
Anhaltende und generalisierte Integrationsprobleme aufgrund einer chronifizierten psychischen Störung.
 
Psychische Behinderung
Anhaltende und generalisierte Integrationsprobleme aufgrund einer chronifizierten psychischen Störung.
 
Psychische Störungen
Problematische und problematisierte Erlebens- und Verhaltensmuster, die gemäss entsprechenden Klasifikationssystemen (z.B. ICD) als psychische Störung interpretiert werden und die die autonome, eigenverantwortliche Lebensführung, Integration in Lebens- und Arbeitsgemeinschaften und Teilhabe an sozialen Errungenschaften beeinträchtigen oder verunmöglichen.
 
Psychosen/Schizophrenie
Der Begriff Psychose bezeichnet eine Gruppe schwerer psychischer Störungen, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergehen. Im Unterschied zur Neurose erleben die Erkrankten nicht sich selbst, sondern ihre Umwelt als verändert und erlangen zumeist im Akutstadium keine Krankheitseinsicht. Auffällige Symptome sind oft Wahn und Halluzinationen. Der Begriff Schizophrenie bezeichnet z.B. anhaltende wahnhaftige Störungen, akute psychotische Störungen.
 
Psychosomatik
Psychosomatik oder Psychosomatische Medizin ist die medizinische Disziplin, die sich mit den Wechselbeziehungen zwischen seelischen, körperlichen und sozialen Vorgängen befasst. Die theoretischen Modelle zur Erklärung dieser Wechselwirkungen veränderten sich im Verlauf mehrerer Jahrtausende zeit- und wissensbedingt erheblich. Verallgemeinernd kann man davon sprechen, in der Medizin «nicht dem Körperlichen weniger, sondern dem Seelischen mehr Aufmerksamkeit zu schenken» (nach E. Weiss und O. Spurgeon English, 1949). Neben einem solchen, die ganze Medizin umfassenden Ansatz entwickelte sich im letzten Jahrhundert in Deutschland der Sonderweg der Psychosomatischen Medizin auch als ein klinisches Sonderfach, das diesen komplexen Ansatz in Theorie und Praxis zu verwirklichen versucht.
 
Psychotherapeutische Hilfe
Unter Anwendung anerkannter Methoden (zum Beispiel tiefenpsychologisch, systemisch oder kognitiv-verhaltenstherapeutisch) soll eine Veränderung im Verhalten, in den Emotionen und den Einstellungen der Patientinnen und Patienten erzielt werden, weil diese Bereiche für sie oder für ihre Umgebung gegenwärtig zum Problem geworden sind. Therapeutisches Handeln ist immer zielgerichtet, problemorientiert und zeitlich begrenzt.
 
Rechtsberatung
Allgemeine und spezielle Rechtsberatung (z.B. Sozialversicherung, Mietrecht) und Rechtshilfe (z.B. im Rahmen des Kindesrechts).
 
Reguläre Lebensgemeinschaft als Bezugssystem (Kontaktfamilie)
Häufiger Begriff: Kontaktfamilie. Aufnahme von Menschen (in der Regel Kinder/Jugendliche) in eine (fremde) reguläre Wohn- und Lebensgemeinschaft (z.B. Familie) während Wochenenden und Ferien für befristete oder unbefristete Dauer.
 
Schizophrenie
vgl. Psychosen/Schizophrenie
 
Schlaf/Erholung
Der Schlaf ist ein Zustand der äußeren Ruhe. Dabei unterscheiden sich viele Lebenszeichen von denen des Wachzustands. Puls, Atemfrequenz und Blutdruck sinken ab und die Gehirnaktivität verändert sich. Im Schlaf werden viele motorische und sensorische Nervenzellen zumindest für die höheren Hirnfunktionen blockiert, so dass die Schlafenden sich im Schlaf kaum bewegen und kaum etwas wahrnehmen (Schlafparalyse). Das Schließen der Augen während des Schlafs unterstützt diese Funktion. Bei genügend starken äußeren Reizen (Berührung, helles Licht, lautes Geräusch) wacht der/die Schlafende jedoch auf. Die Übergangsphase vom Wachen zum Schlafen ist das Prädormitium, die vom Schlafen zum Wachen das Postdormitium. Mit der Physiologie sowie den Störungen des Schlafes beschäftigt sich ein eigenes Teilgebiet der Medizin, die Somnologie (Schlafmedizin). Die Erholung oder Rekreation bezeichnet man den Vorgang, wenn sich ein biologischer Organismus nach einer anstrengenden Tätigkeit, aber auch von Verletzungen oder Krankheiten durch eine Ruhephase wieder regeneriert und Kräfte sammelt. Beim Menschen wird die Erholung oft mit einer entspannenden Freizeitaktivität oder einem Hobby verknüpft, vor allem, wenn er sich von einer überwiegend geistigen Aktivität erholen möchte.
 
Schmerzstörungen
Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ASS) liegt nach ICD-10 vor, wenn eine Patientin oder ein Patient über Monate hin anhaltend über schwere und quälende Schmerzen klagt, für deren Erklärung adäquat durchgeführte somatische Untersuchungen keinen ausreichenden Anhalt ergeben und wenn emotionale und psychosoziale Belastungsfaktoren als ursächlich angesehen werden müssen. Als Kriterium für Chronizität gilt nach den Forschungskriterien, dass die Schmerzsymptomatik länger als 6 Monate bestanden haben muss.
 
Schulden
Überschuldung und Bedarf nach entsprechenden Beratungs- und Sanierungsleistungen.
 
Schulische Sozialisation
Kindergarten/Vorschule, Einschulung, schulisches Lernen, soziale Integration im schulischen Kontext etc.
 
Schulisches Bildungssystem
Schulische Bildungssysteme der Volksschule, der Mittelschule und der universitären Hochschule.
 
Schulsozialarbeit
Professionelle Soziale Arbeit an Schulen mit den Menschen, die dort lernen und arbeiten.
 
Schwangerschaft/Geburt
Als eine Schwangerschaft (med. Gravidität von lateinisch graviditas zu deutsch «Schwere» oder Gestation) bezeichnet man den Zeitraum, in dem eine befruchtete Eizelle im Körper einer Frau zu einem Kind heranreift. In der Medizin werden Ereignisse, die während der Schwangerschaft eintreten, als pränatal (vor der Geburt) bezeichnet, Ereignisse während der Geburt als perinatal und nach der Geburt als postnatal.
 
Sehbehinderte
Eine Sehbehinderung liegt vor, wenn die Sehkraft ohne Aussicht auf Verbesserung unter einem gewissen Prozentrang liegt. Die Kriterien dafür variieren je nach Definition. Die Maximalform einer Sehbehinderung ist die Blindheit.
 
Sekundärgruppen
Verschiedene Formen von funktionsspezifischen sozialen Meso-Systemen, die sich auf dem Hintergrund spezifischer, gemeinsamer Bedürfnisse, Interessen und Bedingungen der Gruppenmitglieder konstituieren bzw. deren Funktionen und Strukturen Produkt sind eines laufenden Aushandlungsprozesses.
 
Selbsthilfegruppen / Gesprächsgruppen für Angehörige
 
Selbsthilfeorganisationen
Selbsthilfegruppen sind Kleingruppen, die ohne oder nur mit marginaler Beteiligung von Therapeuten mit ihren Problemen und Konflikten umgehen lernen sollen. Selbsthilfegruppen gibt es für Patientinnen/Patienten, aber auch für Angehörige. Bei leichten psychischen Problemen können Selbsthilfegruppen durchaus eine Inanspruchnahme fachlicher Hilfe überflüssig machen, es ist allerdings für Laien in der Regel schwer zu beurteilen, ob ihr Leidenszustand durch kompetente fachliche Hilfe schneller oder gründlicher verbessert werden könnte. Eine vorherige Abklärung oder eine Kombination von Selbsthilfegruppen mit Psychotherapie ist daher oft empfehlenswert.
 
Sexualität/Erotik
Sexualität (sinngemäß «Geschlechtlichkeit», von spätlat. sexualis; aus lat. sexus «Geschlecht») bezeichnet im weiteren biologischen Sinne die Gesamtheit der Lebensäußerungen, Verhaltensweisen, Empfindungen und Interaktionen von Lebewesen in Bezug auf ihr Geschlecht. Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff die Formen dezidiert geschlechtlichen Verhaltens zwischen Geschlechtspartnern. Zwischenmenschliche Sexualität wird in allen Kulturen auch als ein möglicher Ausdruck der Liebe zwischen zwei Personen verstanden. Die Erotik bezeichnet ursprünglich die sinnlich-geistige Zuneigung, die man einem anderen Menschen entgegenbringt. Sie wird von Sex und Liebe insofern unterschieden, dass Sex die trieb- und körpergesteuerte, Liebe die emotional-seelische und die Erotik die psychologisch-geistige Anziehung zu einer anderen Person verkörpern. Heutzutage wird das Wort «Erotik» in der Umgangssprache meist gleichwertig mit den Begriffen «Sex» und «Liebe» verwendet. Insbesondere im kommerziellen Umfeld wird es oftmals als Synonym zu «Geschlechtsverkehr» und «pornografischer Darstellung» gebraucht (vgl. die Bezeichnung «Eros-Center»). Von der Erotik im engeren Sinne wird die Pornografie unterschieden. Anders als die Erotik zielt sie nicht auf die fantasievolle sexuelle Erregung und damit auf die potenzielle und langfristige Umwerbung und Eroberung des Partners als ganzheitliche Person, sondern direkt auf sofortige schnörkellose Befriedigung des puren Triebs. Einigen Ansichten zufolge, spiele sich rein erotische Zuneigung («platonische Liebe») hauptsächlich im Kopf ab. Das sog. «Grooming» hingegen - ein Begriff der ethologischen Primatenforschung - bezeichnet die konkrete gegenseitige Körperpflege, welche vom Sexualverhalten (Instinkt u.a. im Dienste der Vermehrung) eindeutig verschieden sei. Es wird vorgeschlagen, die Begriffe Erotik und Sexualität in diesem Sinne wissenschaftlich differenziert aufzufassen, und die «Liebe» dem Sozialinstinkt zuzuordnen.
 
Sexuelle Ausbeutung
Sexueller Missbrauch bezeichnet unter Strafe gestellte sexuelle Handlungen an Menschen. In der Sozialwissenschaft wird der Begriff oft auf Handlungen ausgedehnt, die nicht strafbar sind, aber moralisch verurteilt werden. In der sozialwissenschaftlichen Literatur, in Bereichen der Arbeit mit den Opfern, auch bezüglich Therapien sowie in psychologischen Zusammenhängen wird auch die Bezeichnung «Sexuelle Gewalt» oder konkreter «Sexualisierte Gewalt» benutzt. Der Begriff «sexualisiert» soll meinen, dass Gewaltaspekte nicht ihren Ursprung in der Sexualität haben, jedoch hier mittels sexueller Handlungen zum Ausdruck gebracht werden.
 
Singles
vgl. Alleinstehende
 
Sinnes- und Wahrnehmungsbehinderung
Beeinträchtigung der sensorischen Empfindungen und/oder der Wahrnehmung.
 
Sonderschule/integrative Schulung
In der Sonderschule erhalten die Schüler/innen eine ihren speziellen Bedürfnissen angepasste Förderung, die sich je nach Problemlage am Lehrplan der Volksschule orientiert. Die Lehrpläne der Volksschule sind formal ausser Kraft gesetzt. Bei der integrativen Schulung verbleiben Schüler/innen teilweise in der Regelklasse, erhalten aber einen Sonderklassenstatus. In individuell festgelegten Fächern erhalten sie von einem ausgebildeten Sonderklassenlehrer Unterricht in einer Fördergruppe.
 
Soziale Beziehungen
Eine Soziale Beziehung haben zwei Individuen oder Gruppen dann, wenn ihr Denken, Handeln und Fühlen gegenseitig aufeinander bezogen sind.
 
Sozialisation/Vergesellschaftung
Fragen und Probleme in Zusammenhang mit der Entwicklung, der Stabilisierung und des Wandels des personalen Systems von Menschen aller Altersstufen im Spannungsfeld des biologischen, psychischen, sozialen und kulturellen Systems; ubiquitäre Lebenskrisen: z.B. Adoleszenz, Übergang ins höhere Erwachsenenalter und idiosynkratische Lebenskrisen: Broken Home, Verlusterfahrungen, Erkrankungen.
 
Sozialpädagogische Familienhilfe
Unterstützung des Regelsystems «Familie» bei der Bewältigung der Reproduktionsaufgaben und der Erziehung durch punktuelle Teilnahme am Alltagsleben der Familie.
 
Sozialversicherungen
Staatlich geregelte Leistungssysteme, die bestimmte, genau definierte Risiken absichern, wobei es in den meisten Fällen um einen Ausgleich für den Erwerbsausfall geht. Typische Merkmale der Sozialversicherungen sind das Obligatorium für die Bevölkerung oder gesetzlich vorgeschriebene Mindestleistungen, keine Gewinnorientierung, Elemente einer Umverteilung zu Gunsten einkommensschwacher Bevölkerungskreise sowie die Beteiligung des Staates an den Kosten.
 
Soziokulturelle Animation
Professionelle Dienstleistung für Bewohner/innen in einem Gemeinwesen. Sie orientiert sich an deren Interessen und fördert das soziale und kulturelle Zusammenleben. Bei der Gestaltung von Lebensraum vermitteln soziokulturelle Animatorinnen/Animatoren und Freiwillige zwischen Anliegen verschiedener Bevölkerungsgruppen, staatlichen und privaten Organisationen. Soziokulturelle Animation interveniert in den gesellschaftlichen Teilbereichen Politik, Bildung, Kultur und Soziales. Der informelle Charakter und die Niederschwelligkeit von Projekten, die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Adressatinnen und Adressaten und die Anknüpfung an ihre Kultur sind zentral. (Key)
 
Spielgruppen
Stundenweise, i.d.R. nicht professionelle Betreuung von Kindern im Alter von ca. 3 bis 4 Jahren mit dem Ziel der ersten ausserfamiliären Sozialisation in Gruppen von Gleichaltrigen.
 
Spielsucht
Unfähigkeit, dem Impuls zum Glücksspiel oder zum Wetten zu widerstehen, auch wenn dies gravierende Folgen im persönlichen, familiären oder beruflichen Umfeld nach sich ziehen kann. Männer sind davon häufiger betroffen als Frauen. In der Deutschschweiz gaben laut einer Berner Studie 1,4 Prozent der Befragten an, von Spielsucht betroffen zu sein. Fast jede fünfte Person kennt jemanden persönlich, der spielsüchtig ist.

Synonyme: Pathologisches Spielen, zwanghaftes Spielen, Spielabhängigkeit. (Keyword)
 
Spital/Klinik
Ein Spital bzw. eine Klinik ist eine stationäre Einrichtung, in der durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder körperlichen Schäden festgestellt und geheilt oder gelindert werden.

Synonym: Krankenhaus
 
Spitex
Die spitalexterne Kranken- und Gesundheitspflege (Spitex) bietet professionelle, flexible und bedarfsorientierte Hilfe und Pflege zu Hause an. Beratung Unterstützung der an der Pflege Mitwirkenden (Angehörige, Freunde, Nachbarn etc.). Volkswirtschaftlich kostengünstige Hilfe, weil geringe Infrastruktur benötigt wird und Eigenkräfte aller Beteiligten mobilisiert werden. Sozial sinnvolle Hilfe, weil die Klientinnen und Klienten in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können und selbst Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen. Die Spitex bietet Dienstleistungen in folgenden Bereichen an:

- Anleitung in der Führung des Haushaltes
- Fördern von Sozialkontakten durch zielgerichtetes regelmässiges Training
- Unterstützung bei der Körperpflege
- Führen von pflegerisch-therapeutischen Gesprächen
- Hilfestellung bei der medikamentösen Behandlung
- Unterstützung/Prävention bei sozialer Isolation und Verwahrlosung
- Begleitung, Beratung und Betreuung der Angehörigen
- Krisenintervention in enger Zusammenarbeit mit einem fachlich gut ausgerüsteten Betreuungsnetz (z.B. Nachbarn, Angehörige, Ärzteschaft etc.)
- Allgemeine Koordinationsaufgaben
 
Sprachunterricht für Fremdsprachige
Individueller Unterricht oder Kleingruppenunterricht für Fremdsprachige durch eine Fachperson zur Schulung der deutschen Sprache in Wort und Schrift.
 
Stationäre Einrichtungen (Heime)
Dazu zählen Institutionen wie psychiatrische Kliniken, Spitäler, Krankenheime, Alters- und Pflegeheime, in denen Personen über eine längere Zeitdauer als 24 Stunden gepflegt und betreut werden.
 
Sterben/Tod
Sterben ist die Zeit am Ende eines Lebens, die den Übergang zum Tod darstellt. Es ist schwierig, eine Linie zwischen Sterben und Tod zu ziehen. Der Tod ist der unumkehrbare Verlust der für ein Lebewesen typischen und wesentlichen Lebensfunktionen.
 
Stipendien
Finanzielle Unterstützung für Schüler/innen, Studierende.
 
Straf- und Massnahmenvollzug
Vollzug strafrechtlicher Sanktionen durch die Kantone (Art. 372 StG). Der Straf- und Massnahmenvollzug zwei Funktionen: eine Sicherungsfunktion gegenüber der Gesellschaft sowie auch eine für die Delinquenten vor Reaktionen aus der Gesellschaft.
Massnahmen: Gefangenschaft, Halbgefangenschaft, gemeinnützige Arbeit, Geldstrafen. Zudem können ambulante Therapien angeordnet werden.

 
Subsidiarität
Dem Prinzip der Subsidiarität folgen heisst, politische Probleme möglichst nahe der Lebenswelt der Be-troffenen zu lösen. Dies kann zweierlei bedeuten: 1.Es sollen politische Regelungen nicht zentralisiert, sondern auf den unteren Stufen der Staatsor-ganisationen (Gemeinden, Kantone) getroffen werden. Dabei werden sie von den höheren Stufen unterstützt (lat. subsidium = Hilfeleistung). 2.Insbesondere christlich-demokratische Parteien wollen, dass bestimmte gesellschaftliche Aufga-ben der Familie als «kleinster Zelle des Staates» vorbehalten bleiben. Der moderne Subsidiaritätsbegriff gehört in historischer Perspektive zum Liberalismus und zur katholi-schen Soziallehre des 19. Jahrhunderts. Bei beiden steht der Schutz des Individuums oder sozialer Grup-pen vor unberechtigten Eingriffen des Staates im Zentrum. Hingegen wird Subsidiarität als Hilfsverpflich-tung des (Zentral-)Staates verstanden, wenn die kleinere soziale Einheit alleine der politischen Aufgabe nicht mehr gewachsen ist. In der Politik wird der Begriff zumeist von Gegnern sozialstaatlicher Regelun-gen auf Bundesebene verwendet.
 
Suchtverhalten
Suchtverhalten, stoffgebunden
Probleme der autonomen und eigenverantwortlichen Lebensführung, Integration in Lebens- und Arbeitsgemeinschaften und Teilhabe an sozialen Errungenschaften im Zusammenhang mit dem Gebrauch und Missbrauch von psychotropen Sustanzen (ICD-10, F 1).

Suchtverhalten, stoffunabhängig
Unkontrollierbare, exzessive Wiederholung von bestimmten Mustern der Bedürfnisbefriedigung (sog. süchtiges Verhalten), die die autonome und eigenverantwortliche Lebensführung gefährden oder beeinträchtigen (z.B. Spielsucht).
 
Systembezug
Soziales System als Adressat bzw. Adressatsystem (Leistungsempfänger), auf das eine zu beschreibende Leistungserbringereinheit ihr Leistungsangebot ausrichtet.
 
Szenengruppen
Eine Szene ist eine Art von sozialer Gruppe, die auf gemeinsamen Interessen, Überzeugungen, Vorlieben oder Geschmack von Menschen beruht. In der Regel (aber nicht immer) werden nur solche Subkulturen als Szene bezeichnet, die eine Minderheiten-Kultur in der jeweiligen Gesellschaft darstellen, die ein Wir-Gefühl entwickelt haben und über das gemeinsame Interesse etc. hinausgehende kulturelle Merkmale entwickelt haben. Das Wort «Szene» aus der Theaterwelt legt auch nahe, dass die kulturelle Identität der Szene eine gewisse gewollte, darstellende Außenwirkung haben kann. Im Gegensatz zu Klasse, Schicht oder Stand steht eine Szene nicht im hierarchischen Verhältnis zu anderen Szenen, sondern die verschiedenen Szenen werden nebeneinander gedacht, im Gegensatz zu Gesellschafts-Theorien von Klasse, Schicht oder Stand, die eine vertikale Gliederung der Gesellschaft thematisieren, thematisiert das Modell der Szenen also eine horizontale.
 
Tagesgruppe
Tageweise Integration von Kindern und Jugendlichen in öffentlich organisierte Lebensgemeinschaften (z.B. im Rahmen von Heimen) mit umfassender professioneller Begleitung des Alltags.
 
Tagesklinik / Nachtklinik
 
Tagespflegeplatz
Tageweise, i.d.R. nicht-professionelle Betreuung von Kindern. Melde- und aufsichtspflichtige Form der familienergänzenden Betreuung.
 
Tagesstruktur
Der im Voraus geplante, festgelegte und sich in der Regel wiederholende Ablauf des Tagesgeschehens. Im Zusammenhang mit sozial randständigen Menschen meint die Tagesstruktur üblicherweise vor allem die Beschäftigung im Sinne von Arbeit. Sie kann aber auch andere strukturierte Inhalte wie z.B. Lernen, Therapie, Beratung, Aufenthalt, Freizeitgestaltung u.ä. beinhalten. Die Tagesstruktur ist einerseits ein geeignetes Mittel, um bestehender Verwahrlosung zu begegnen bzw. sie zu behandeln; andererseits ist sie Bedingung, um gewisse Angebote in Anspruch nehmen zu können (z.B. im Bereich Wohnen).
oder
Tageweise Integration von Menschen in öffentlich organisierte Lebensgemeinschaften mit professioneller Begleitung des Alltags und unterschiedlichem Angebot an medizinisch-therapeutischen (ergotherapeutischen, physiotherapeutischen, aktivierungstherapeutischen) und psychotherapeutischen Leistungen. Meist finden diese Leistungen in Tageskliniken, Tagesheimen, Tageszentren oder Tagesstätten statt.
 
Ticstörungen
Bei Tics handelt es sich um nicht-rhythmische motorische Bewegungen (gewöhnlich in funktionell umschriebenen Muskelgruppen) oder um Lautäußerungen, ohne dass ein offensichtlicher Zweck zu erkennen ist. Die Tics sind weitgehend unwillkürlich, plötzlich auftretend und rasch ablaufend, sich einzeln oder in Serien wiederholend. Tics können für unterschiedliche Zeiträume unterdrückt werden und müssen manchmal aus einem inneren sensomotorischen Drang heraus initiiert werden. Sowohl motorische als auch vokale Tics können in einfacher oder komplexer Form auftreten und unter emoti-onaler Erregung (freudig oder ärgerlich) verstärkt vorkommen. Tics sind auch in allen Schlafstadien beobachtbar, allerdings in abgeschwächter Form.
 
Transport / Fahrdienst
 
Traumata
Unter einem Trauma (griech. Wunde, Plural Traumata) versteht man:

- eine Gewalteinwirkung auf den Körper, welche eine Verletzung verursacht, oder
- eine durch Vernachlässigung oder äussere Gewalteinflüsse verursachte psychische Erschütterung, die sich negativ auf die weitere Entwicklung auswirkt und zu einer akuten Belastungsreaktion, posttraumatischen Belastungsstörung, Anpassungsstörung oder zur Entwicklung von Neurosen führen kann.
 
Treffpunkte
Niederschwellige, teilweise durch Fachleute betreute Räumlichkeiten mit regelmässigen Öffnungszeiten, vorwiegend im Freizeit-, Sport- und Kulturbereich. Beispiele sind Jugendtreffs und Behindertentreffs.

Einige Treffpunkte sind gleichzeitig auch Anlaufstellen.
 
Trennung/Verlust
Der Ausdruck Verlust bezeichnet das Verlorengehen von etwas oder jemandem, z. B. von einer nahe stehenden Person oder Eigentum. Das Verb verlieren bezeichnet dabei aber auch das Gegenteil des Siegs.
 
Unterstufe
Innerhalb der Grundstufe in der Regel die Schulen, die von Kindern der Klassen 1 bis 3 besucht werden. Dies umfasst die Altersstufen von etwa 7 bis 9 Jahren.
 
Vaskuläre Demenz
Die vaskuläre Demenz ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Sie entsteht durch Verkalkung der Hirngefässe und kleine Hirninfarkte (Schlaganfälle). Sie verläuft zu Beginn meist plötzlich und verschlechtert sich schrittweise; Schlaganfälle mit vorübergehenden oder bleibenden körperlichen Symptomen wie Sehstörungen oder Lähmungen sind typisch.
 
Verhalten
Probleme der autonomen und eigenverantwortlichen Lebensführung, Integration in Lebens- und Arbeitsgemeinschaften und Teilhabe an gesellschaftlichen Errungenschaften, erklärt im Zusammenhang mit spezifischen, relativ konstanten Verhaltensmustern von Individuen.
 
Verhaltens- und emotionale Störungen in Kindheit und Jugend
z.B. Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS), Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), opponierendes Verhalten, Trotz
 
Vermitteln Handlungskompetenzen im instrumentellen und kommunikativen Bereich
Vermitteln von instrumentellen und kommunikativen Kompetenzen zur Bewältigung von Alltagssituationen, z.B. Integrationskurse für Migratinnen/Migranten, Sprachkurse, Bildungsclubs, Treuhanddienste, Ernährungsberatung, lebenspraktische Fertigkeiten für Blinde/Sehbehinderte.
 
Volksküche
Verpflegungsmöglichkeiten für unterschiedliche Gruppen von randständigen, armen Menschen.
 
Vorlehre, Werkjahr
Vorlehre: Berufsausbildungsvorbereitung durch gezielte Erfassung und Bearbeitung schulischer Defizite und Förde-rung der Arbeits- und Ausbildungsmotivation.

Werkjahr: Förderung praktischer Fähigkeiten für Industrie, Gewerbe, Haushalt und Dienstleistungen, Vermittlung von Sicherheit in den wichtigsten schulischen Kenntnissen und Fertigkeiten, Hilfe bei der Berufsfindung.
 
Vormundschaft
Die Vormundschaft ist eine auf eigenes Begehren beantragte oder gesetzlich verordnete Massnahme zum Schutz einer Person.
 
Vormundschaft/Beistandschaft
Die Vormundschaft ist eine auf eigenes Begehren beantragte oder gesetzlich verordnete Massnahme zum Schutz einer Person. Die Vormundschaftsbehörde befasst sich mit Menschen, die aus bestimmten Gründen Unterstützung in ihrer Lebensführung benötigen. Dazu können betagte Menschen gehören, psychisch Kranke, Menschen mit Suchtproblemen, Menschen, die ihr Geld nicht einteilen können, Menschen mit einer geistigen Behinderung sowie solche, die selber eine vormundschaftliche Massnahme wünschen. Zu den vormundschaftlichen Massnahmen gehören die Vormundschaft, die Beiratschaft und die Beistandschaft sowie die Fürsorgerische Freiheitsentziehung.
 
Werkjahr, Vorlehre
vgl. Vorlehre, Werkjahr
 
Wirtschaftliche Hilfe
Finanzielle Unterstützung durch die Sozialhilfe zur Sicherstellung des sozialen Existenzminimums. Zum sozialen Existenzminimum gehören der Lebensunterhalt, die Miete, Krankenkassenprämien (KVG) und krankheitsbedingte Kosten.
 
Wirtschaftliche Notlage
Wirtschaftliche Notlage und Bedarf nach entsprechenden wirtschaftlichen (Bargeld, Naturalien) und eventuell beratenden Leistungen.
 
Wirtschaftliche Notlage/Schulden
In einer wirtschaftlichen Notlage befindet sich eine Person, die für ihren Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Bedürftigkeit nach Art. 2 Abs. 1 ZUG) Dabei geht es nicht nur um den absolut notwendigen, minimalen Lebensbedarf, sondern um die Deckung des sozialen Existenzminimums gemäss SKOS-Richtlinien.
 
Wochenbetreuung in regulärer Lebensgemeinschaft
Häufiger Begriff: Wocheninternat. Aufnahme von in der Regel einem Kind, einem/einer Jugendlichen in eine (fremde) reguläre Lebensgemeinschaft während der Woche für befristete oder unbefristete Dauer.
 
Wohnen
In keinem europäischen Land wohnen mehr Menschen in Mietwohnungen als in der Schweiz. In den Städten beträgt der Anteil der Mietenden sogar über 80 Prozent. In der Schweiz stehen zurzeit nur noch rund 1 Prozent der Wohnungen leer. Damit herrscht ein derart knappes Angebot, dass der Markt nicht mehr funktioniert und die Gefahr von Missbrauch zulasten der Mieterinnen und Mieter wächst.
 
Wohngemeinschaft
Integration von mehreren Menschen in von den WG-Mitgliedern weitgehend selbstorganisierte, selbstfinanzierte und selbstverantwortete Wohn- und Lebensgemeinschaften. Die Alltagsabläufe werden von den WG-Mitgliedern selbst auf ihre Bedürfnisse und Bedingungen bzw. auf die verfügbaren Ressourcen abgestimmt. Die professionelle Begleitung und Betreuung ist beschränkt und wird auf den Bedarf der jeweiligen Gemeinschaft bzw. einzelnen Menschen abgestimmt.
 
Work-Life-Balance
Finden des richtigen Ausgleichs zwischen Arbeit und den Alltagsbeschäftigungen im Leben; es kann darum gehen, Kinder oder ältere Angehörige zu betreuen, sich auszubilden, sich im öffentlichen Leben zu engagieren oder ganz einfach Freunde zu treffen. Machen wir es falsch, dann handeln wir uns Stress und Unbehagen ein. Wollen wir uns wohlfühlen, ist es entscheidend, das Gleichgewicht zu finden.
 
Überbetriebliche Ausbildungszentren
Ausbildungszentrum, in dem Lehrlinge in ihren berufspraktischen Fähigkeiten ausserhalb der Stammbetriebe (überbetrieblich) ausgebildet werden.
 
Zwangsstörungen
Psychische Störungen, bei denen sich den Patientinnen und Patienten Gedanken und Handlungen aufdrängen, die zwar als quälend empfunden werden, aber dennoch umgesetzt werden müssen, auch wenn sie übertreiben oder vollkommen sinnlos sind. Die Erkrankten erkennen dies zwar meistens, können sich darüber jedoch nicht hinwegsetzen. Obwohl bei den Zwangsstörungen auch Ängste eine Rolle spielen, zählen sie nicht zu den Angststörungen im engeren Sinne. Es bestehen wesentliche Unterschiede zwischen einer Zwangsstörung und einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung.
 
Ältere Menschen (61- )
Personen über 61 Jahre.
 
«Fonds und Stiftungen»
«Fonds und Stiftungen» ist das Verzeichnis für materielle und finanzielle Unterstützung von Personen und sozialen Organisationen im Kanton Zürich. Hier finden Sie alle Adressen dieser Stiftungen. Sie können jedoch auch mit geeigneten Schlagwörtern aus dem gesamten Suchassistenten kombinieren, um die Suche einzugrenzen (Beispiel: Altersbezug «Alte Menschen»). Das Verzeichnis «Fonds und Stiftungen» gibt es nach wie vor auch bei uns auf www.infostelle.ch als Printprodukt.
 

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