Gemeinwesenentwicklung und Soziokultur werden im deutschen Sprachraum seit Anfang der 60er-Jahre an den Schulen für Soziale Arbeit oder an speziellen Ausbildungsstätten gelehrt. Ihre Anwendung finden sie in Regionen, Quartieren oder Stadtteilen, in Siedlungen, in Kulturzentren oder in Freizeit- oder Gemeinschaftseinrichtungen. Aufgabengebiete sind verschiedene Formen von sozio-ökonomischen Problematiken und fehlende Infrastrukturen; in den letzten Jahren haben interkulturelle Konflikte, Gewalt, anhaltende Jugendarbeitslosigkeit oder Umweltzerstörung vermehrt Einfluss auf die Gemeinwesenentwicklung. Das Ziel von Gemeinwesenarbeit/Soziokultur ist es einerseits, dass Menschen in einem bestimmten Sozialraum befähigt werden, die vorhandenen sozialen oder kulturellen Probleme zu mildern oder zu lösen, andererseits gilt es aber auch, durch geeignete Massnahmen intakte Gemeinwesen zu stützen und so präventiv zu wirken.
In der Schweiz wird gibt es an folgenden Schulen Weiterbildungsangebote für Soziokultur/Gemeinwesenentwicklung:
Die Handlungsfelder einer zeitgemässen diakonischen Arbeit sind Bereiche, in denen Gemeinwesenentwicklung schon immer einen bedeutenden Stellenwert hatte. Der CAS «Diakonie – Soziale Arbeit in der Kirche» wird ebenfalls an der HSSAZ angeboten in Zusammenarbeit mit der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich.
Soziokultur und Gemeinwesenentwicklung sind Arbeitsfelder, die den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel immer wieder aufnehmen müssen. Dies zeigt auch das Referat von Edi Martin «Veränderungen in der Arbeitswelt – Handlungsoptionen der Gemeinwesenarbeit».
Die Netzwerke Gemeinwesenarbeit Deutschschweiz wollen den gemeinwesenorientierten Ansatz in unterschiedlichen Arbeitsfeldern wie Sozialarbeit, Stadtplanung, Gesundheitsförderung, Soziokultur fördern und stärken. und bieten zu diesem Zweck Plattformen und Medien zum Informationsaustausch an.
MAS «Soziokultur/Gemeinwesenentwicklung»
Der Weiterbildungsmaster MAS an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Soziale Arbeit, der in Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst HGKZ durchgeführt wird, nimmt sowohl sozialarbeiterische als auch gestalterische Kernthemen auf und verknüpft sie sinnvoll. Fachübergreifende Einsichten und Lernprozesse prägen die zwei themenspezifischen Zertifikatslehrgänge.
CAS «Diakonie - Soziale Arbeit in der Kirche»
Der Zertifikatslehrgang ist auf die Anwendung von Methoden der Soziokulturellen Animation und der Gemeinwesenentwicklung in Handlungsfeldern der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich ausgerichtet.
Die Zusammenarbeit zwischen der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich und der Hochschule für Soziale Arbeit HSSAZ bringt soziale Brennpunkte aus der Praxis und Grundlagenwissen der Hochschule zusammen und ermöglicht damit eine Vertiefung professioneller Kompetenzen in einem konkreten sozialräumlichen Umfeld.
Referat von Edi Martin «Veränderungen in der Arbeitswelt – Handlungsoptionen der Gemeinwesenarbeit».
Anlässlich der Fachtagung vom 27.10.2006 des Schweizerischen Vereins GWA-Netzwerk hielt Edi Martin ein Referat über Veränderungen in der Arbeitswelt und zeigte entsprechende Handlungsoptionen für die Gemeinwesenarbeit auf.
Netzwerke Gemeinwesenarbeit Deutschschweiz
Die Netzwerke organisieren in den Regionen der Deutschschweiz regelmässige Treffen von regionalen Verbindungen innerhalb der Gemeinwesenarbeit. Ebenfalls laden sie zu jährlichen Arbeitstagungen ein und unterhalten eine Website.
