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Leitidee
Schon Mitte der achtziger Jahre hatte Heinrich Bösch die Leitidee zu diesem Studienschwerpunkt. Ihm schwebte eine interprofessionelle Kooperation vor, die bereits in der Ausbildung beginnt. Die Studierenden sollten dort Gelegenheit bekommen, Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit zukünftigen Angehörigen der andern Profession zu machen.
Schon frühe Auswertungen im Bereich Schulsozialarbeit haben gezeigt, dass die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Fachleuten im pädagogischen Bereich und denjenigen innerhalb der Sozialen Arbeit ausschlaggebend sind für das Gelingen von Schulsozialarbeit.
Zu Beginn war der Austausch der HSSAZ mit der PHZH auf diesem Gebiet auf jährlich zweitägige Kurse mit einem Planspiel beschränkt.
Vereinbarung über Studienschwerpunkt
Im Herbst 2003 ist zwischen der HSSAZ und der PHZH eine Vereinbarung unterzeichnet worden; darin wurde festgehalten, dass ein Studienschwerpunkt «Schule und Soziale Arbeit» gemeinsam entwickelt und an beiden Hochschulen angeboten wird.
Im Curriculum der HSSAZ wird nun innerhalb der Bachelor-Ausbildung eine Vertiefung innerhalb eines Semesters zum Thema angeboten. Die Vertiefung soll bereits in der Ausbildung die Basis für eine gute professionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Schule und Sozialer Arbeit legen. Eine solche Zusammenarbeit gelingt optimal, wenn die beteiligten Studierenden der beiden Hochschulen über ein gewisses Mass an Beschreibungs-, Erklärungs- und Handlungswissen des jeweils anderen Fachgebietes verfügen.
Die PHZH bietet einerseits ein obligatorisches Modul (Vorlesungen und Seminare) an, andererseits einen Studienschwerpunkt mit Vertiefungen und Hospitationen in Praxisfeldern der Sozialen Arbeit.
Interprofessionelle Kooperation
In den Vertiefungs- oder Schwerpunkts-Gefässen geht es darum, dass die Absolvierenden mit den gegenseitigen Zielen, Arbeitsweisen, Methoden und Handlungsfeldern der beiden Professionen vertraut gemacht werden. Hospitationen vermitteln einen Eindruck in das jeweils andere Tätigkeitsfeld. Einblick in Theorie und Praxis des andern Berufes eignen sich die Studierenden durch Vorlesungen, Referate, Kolloquien, Leistungsnachweise und auch durch das gemeinsame Bearbeiten einer Fragestellung im gegenseitigen Austausch an. Für letztere sind jeweils zwei Halbtage reserviert.
Soziale Arbeit (hier vor allem das Gebiet der Kinder- und Jugendhilfe) und Schul-Pädagogik überschneiden sich in wichtigen Bereichen: in der Entwicklungs- und Sozialpsychologie, in der schulischen Sozialisation, in der Sonderpädagogik, und, am Rande, auch in der familiären und beruflichen Sozialisation. Die weitreichenden Problematiken von Schülerinnen und Schülern sind das gemeinsame Aufgabengebiet von Schule und Sozialer Arbeit. Allgemeine Themen sind dabei Armut, Migration, Integration, die Übertrittsproblematiken oder die zunehmende Gewalt von und an Kindern und Jugendlichen. Das kritische Beleuchten unseres Schulsystems und Angebot sowie Nutzen von alternativen Schulmodellen sind laut Heinrich Bösch häufig aufgegriffene Themen für Vertiefungs-Abschlussarbeiten.
Die Erweiterung der Berufsidentität und die reflektierten Erfahrungen innerhalb dieser interprofessionellen Kooperation sind wichtige Ziele für die Studierenden sowohl der einen als auch der andern Hochschule.
Ausblick
Grundsätzlichen Veränderungsbedarf innerhalb der Vertiefung «Schule und Soziale Arbeit» sieht Heinrich Bösch nicht. Anzustreben sei jedoch eine grössere Vernetzung im Bereich Forschung und Entwicklung, Weiter- und Fortbildung und in den Dienstleistungen an unserer Fachhochschule.
An der HSSAZ wurde die Vertiefung im Rahmen der Bachelor-Ausbildung im Wintersemester 06/07 das erste Mal durchgeführt. An der PHZH muss der Schwerpunkt der grossen Nachfrage wegen im Frühjahr 2007 doppelt geführt werden.
Literaturtipp von Heinrich Bösch: Die Schulsozialarbeit kommt an!
